Bilanz im Watt

Das neue Nationalpark-Haus "Watt Welten" Norderney blickt auf eine erfolgreiche erste Saison zurück: Über 31.000 Gäste haben sich seit der Eröffnung im Februar in der interaktiven Ausstellung über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer informiert. Letzte Woche zogen die Verantwortlichen Bilanz. Mit dabei: Die Allianz Umweltstiftung, die das Projekt unterstützt hat. 

Berlin, 24. November 2015
Freuten sich über eine erfolgreiche erste Saison des Watt Welten Nationalpark-Hauses: (v.l.n.r): Sonja Wolters (Leiterin Nationalpark-Haus Watt Welten), Frank Ulrichs (Bürgermeister Norderney) und Dr. Lutz Spandau (Vorstand der Allianz Umweltstiftung). Im Vordergrund: ein "Anfassbecken".
Foto: Allianz Umweltstiftung / Peter Wilde
Freuten sich über eine erfolgreiche erste Saison des Watt Welten Nationalpark-Hauses: (v.l.n.r): Sonja Wolters (Leiterin Nationalpark-Haus Watt Welten), Frank Ulrichs (Bürgermeister Norderney) und Dr. Lutz Spandau (Vorstand der Allianz Umweltstiftung). Im Vordergrund: ein "Anfassbecken".

Alle Erwartungen erfüllt

"Das Fazit zum Jahresende: Das Haus hat alle Erwartungen erfüllt," sagte Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs letzte Woche bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Nationalpark-Hauses "Watt Welten". Über 31.000 Gäste und Einheimische hätten das Info-Zentrum seit der Eröffnung im Februar des Jahres besucht. Damit liege man auf Kurs, denn auf ein ganzes Jahr habe man sich die Zahl von 40.000 Besuchern als Messlatte gesetzt.

Beliebter Lernort

Auch Sonja Wolters, die Leiterin des Nationalpark-Hauses, ist sehr zufrieden mit der ersten Watt Welten-Saison. Besonders die hohe Zahl der "Wiederholer", also Gäste, die das Haus mehrmals besuchen, belege die Attraktivität von Ausstellung und Veranstaltungsprogramm. Das inhaltliche und pädagogische Konzept habe sich bestens bewährt. "Es hat sich erwiesen, dass wir unabhängig von Alter und Hintergrund für jeden etwas bieten", so Wolters.

Wolters freute sich besonders, dass das Konzept der sogenannten Spielsteine aufgegangen sei. Dabei erhält jeder Gast am Eingang einen roten Stein, in dem sich ein Mikrochip befindet. Damit können dann an den Themenpulten der Ausstellung Wissenspunkte gesammelt werden. Am Ende ihres Besuchs erhalten die Gäste eine Auswertung in Form einer speziellen, persönlichen Norderney-Postkarte. 

Absoluter Gewinn

Lob gab es auch von der Allianz Umweltstiftung, die die Errichtung der Dauerausstellung unterstützt hat. "Auf Norderney hatte man den Mut, alles komplett neu zu machen, das ist vorbildlich", sagte Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau in Anspielung auf das alte, nicht mehr zeitgemäße Vorgängergebäude. Dieses abzureißen und an seiner Stelle direkt am Hafen ein neues Gebäude mit einer modernen Ausstellung zu errichten, sei die richtige Entscheidung gewesen. "Das heutige Objekt ist ein absoluter Gewinn. Nun gibt es eine angemessene Präsentation des Themas Weltnaturerbe Wattenmeer", so Spandau.

Keine Winterpause

Dass man trotz der erfolgreichen Saison jetzt nicht die Hände in Schoß legen werde, erklärte abschließend Bürgermeister Ulrichs. Das Watt Welten-Team werde die Erfahrungen auswerten, die Konzepte fortschreiben und neue Ideen sowie Inhalte entwickeln. Damit solle den Besuchern im nächsten Jahr neue Anreize für den Besuch gegeben und die Grundlage für eine weitere erfolgreiche Watt Welten-Saison gelegt werden.

Infostationen, Watt-Aquarien und Anfassbecken

Das Nationalpark-Haus "Watt Welten" bietet unter anderem eine 600 Quadratmeter große Dauerausstellung, in der die Gäste viel Interessantes und Wissenswertes über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer erfahren. Die ökologischen Zusammenhänge und geologischen Prozesse sind ebenso Thema der Infostationen wie die Artenvielfalt und die Offshore-Wind-Energiegewinnung. Weitere Informationsmodule sowie ein Filmraum befinden sich im Obergeschoss des Gebäudes. Auf der Dachterrasse locken Spielstationen und ein toller Ausblick auf den Hafen und das Wattenmeer.

Als besondere Anziehungspunkte haben sich übrigens die Watt-Aquarien erwiesen. Einige von ihnen sind sogar als "Anfassbecken" gestaltet. Dort gilt: Anfassen erwünscht! – was bei Krabben und Plattfischen allerdings nicht so einfach ist und ein bisschen Überwindung erfordert. 

Das Nationalpark-Haus "Watt Welten" auf Norderney ist gewappnet für die nächste Saison.
Foto: Stadt Norderney / Trettin.
Das Nationalpark-Haus "Watt Welten" auf Norderney ist gewappnet für die nächste Saison.