Deutschlands nachhaltigste Städte stehen fest

Osnabrück, Aschaffenburg und Bad Berleburg sind die Sieger des Wettbewerbs um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden 2019. Von der Allianz Umweltstiftung erhalten die Siegerkommunen ein Preisgeld von jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung, die Preisübergabe findet direkt in den Kommunen statt.

Berlin, 13. August 2019

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden

Bereits zum achten Mal werden die bundesweiten Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Kommunen, die ihre Stadtentwicklung im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten vorbildlich nachhaltig gestalten und die in einzelnen Bereichen erfolgreich beispielhafte Nachhaltigkeitsprojekte umgesetzt haben.

Der Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, der Allianz Umweltstiftung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung

Den drei Siegerstädten stellt die Allianz Umweltstiftung ein Preisgeld von jeweils 30.000 Euro für Nachhaltigkeitsprojekte zur Verfügung. Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung und Mitglied der Wettbewerbsjury, zum Ergebnis des Wettbewerbes: "Wir gratulieren den Siegerkommunen und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit. Denn was gibt es Schöneres für eine Umweltstiftung, als mit Deutschlands nachhaltigsten Städten gemeinsame Projekte zu realisieren."

Klimaschutz und Artenvielfalt als aktuelle Schwerpunkte

Die diesjährigen Siegerkommunen zeichnen sich insbesondere durch ihr strategisches sowie partizipatives Vorgehen in puncto Klimaschutz und Erhaltung der Artenvielfalt aus. Darüber hinaus leisten sie hervorragende Integrationsarbeit vor Ort, übernehmen aber auch globale Verantwortung.

Preisverleihungen vor Ort

Wie im vergangenen Jahr finden die Preisverleihungen vor Ort in den Siegerstädten statt und bieten so die Möglichkeit, alle Beteiligten und Interessierten am Erfolg teilhaben zu lassen: "Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist geprägt vom Engagement vieler Akteure. Mit dem vor-Ort-Format möchten wir alle Beteiligten und Interessierten unmittelbar am Erfolg teilhaben lassen", so Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Preises und Vorsitzender der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V.

Während des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 22. November 2019 in Düsseldorf berichten die Sieger über ihr Nachhaltigkeitsengagement und erläutern, für welche Nachhaltigkeitsprojekte sie das Preisgeld einsetzen wollen.

Die Sieger im Einzelnen:

Deutschlands nachhaltigste Großstadt: Osnabrück

Die westfälische Friedensstadt Osnabrück verfolgt bei ihrer nachhaltigen Entwicklung einen wirkungsbezogenen, strategischen Steuerungsansatz. Mit einem eigens entwickelten Indikatoren-Katalog können sowohl Verwaltung als auch Bürgerschaft die Umsetzung der strategischen Ziele detailliert überprüfen.

Der partizipative Ansatz der Kommune zeigt sich auch beim städtebaulichen "Masterplan Innenstadt", bei dem die Osnabrücker Bürgerschaft ihre Ideen zur nachhaltigen Stadtentwicklung einbringen konnte. Der Masterplan setzt u. a. auf Nachverdichtung, weniger Platz für den motorisierten Individualverkehr und Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität. Umfangreiche Maßnahmen wie ökologische Standards in der Bauleitplanung, Deutschlands erstes Solardachkataster und die nachhaltige "Wirtschaftsförderung 4.0" sorgen für ein Mehr an Klima- und Ressourcenschutz.

Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe: Aschaffenburg

Das Thema Nachhaltigkeit hat in der Stadt Aschaffenburg lange Tradition: Seit 1995 verfolgt die Hochschulstadt in Unterfranken mit dem "Agenda21-Prozess" einen partizipativen Ansatz und achtet als regionaler Vorreiter in Sachen Fairtrade auf sozialgerechten Handel und bewussten Konsum. Da ein Viertel der Bevölkerung einen Zuwanderungshintergrund aufweist, hat das Thema Integration in der Stadt einen besonderen Stellenwert. 2007 entwarf die Kommune ein eigenes Integrationsleitbild und verbessert die Integration u. a. durch "Sprach- und Kulturvermittler".

Zum Schutz der Biodiversität werden beim Öko-Projekt "Schlaraffenburger" traditionelle Streuobstwiesen revitalisiert und gepflegt. Mit dem Bau und der Inbetriebnahme eines Biomasseheizkraftwerks in der Altstadt setzte die Stadt ihre Ziele zur Energieeinsparung und zum Umbau der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien erfolgreich um.

Deutschlands nachhaltigste Gemeinde: Bad Berleburg

Mit dem Leitbild "Bad Berleburg 2030" hat die "Stadt der Dörfer" inmitten des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge ein Handlungsprogramm für eine zielgerichtete, nachhaltige Entwicklung erarbeitet. Ein Ziel ist, dem demografischen Wandel zu begegnen und auch 2030 ein Wohnen und Wirtschaften in der Kernstadt sowie den umliegenden Dörfern zu ermöglichen.

Für die Erreichung der formulierten Ziele sorgen Maßnahmen wie z. B. das "Standort-Patennetz" zur Fachkräftebindung oder die Konversion einer Industriebrache zum modernen "Zentrum Via Adrina" mit dorfgemeinschaftlichen, feuerwehrtechnischen und touristischen Einrichtungen. Über außerschulische Lernorte im Bereich der Natur- und Erlebnispädagogik, naturnahen Tourismus sowie regionale Produkte versucht der Kurort, Menschen jeden Alters für die reichhaltige Natur des umliegenden Naturparks zu begeistern.