Fahrräder für Saerbeck

Sie ist grün, fährt CO2-frei und wurde am 12. Februar offiziell in Betrieb genommen: die Fahrradflotte der Klimakommune Saerbeck in Nordrhein-Westfalen. Finanziert wurden die 33 Räder aus den 30.000 Euro Preisgeld, die Saerbeck als Deutschlands nachhaltigste Gemeinde 2018 von der Allianz Umweltstiftung gewonnen hatte.

Berlin, 17. Februar 2020
Erster Einsatz für die Fahrrad-Flotte der Klimakommune Saerbeck. (Foto: Klimakommune Saerbeck)
Erster Einsatz für die Fahrrad-Flotte der Klimakommune Saerbeck. (Foto: Klimakommune Saerbeck)

Titelgewinn 2018 und Preisgeld

2018 hatte Saerbeck im Münsterland beim Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis den Titel als Deutschlands nachhaltigste Gemeinde gewonnen – und damit 30.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung. Bereits seit 2009 verfolgt die Gemeinde mit ihren ca. 7.000 Einwohnern das Ziel einer kommunalen Energieversorgung ohne fossile Energieträger und erzeugt inzwischen fünfmal mehr Strom, als sie selbst verbraucht. Leuchtturmprojekt ist dabei die Konversion eines fast einen Quadratkilometer großen ehemaligen Munitionsdepots zu einem Bioenergiepark, in dem Energie aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugt wird.

Bioenergiepark und Fahrrad-Fuhrpark

Im Bioenergiepark ist auch der außerschulischer Lernort "Saerbecker Energiewelten" zu finden. In einem eigens dafür eingerichteten Gebäude können Schüler experimentieren und sich über regenerative Energieerzeugung informieren sowie die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Energie-Technologien erkunden. Allerdings liegt der Bioenergiepark einige Kilometer außerhalb der Gemeinde, weshalb Schulklassen meist mit dem Bus anreisen müssen. Um eine CO2-freie Anfahrt zu ermöglichen entschied die Gemeinde in Abstimmung mit der Allianz Umweltstiftung, das Preisgeld in die Anschaffung einer Fahrradflotte zu investieren.

Und so präsentierte sich am 12. Februar der nagelneue Fahrrad-Fuhrpark der Klimakommune Saerbeck bei der offiziellen Übergabe an die Schule der Öffentlichkeit: in frischem Grün lackiert, beschriftet mit dem aktuellen Schriftzug der Klimakommune Saerbeck und ordentlich durchnummeriert von 1 bis 33. "Stationiert" sind die Fahrräder in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG), in einem neu gebauten und sicher abschließbaren Fahrradschuppen, der ebenfalls vom Preisgeld finanziert wurde. So können Schüler der MKG und Besuchergruppen umweltfreundlich und klimaneutral aus dem Dorf in den Bioenergiepark fahren, wenn dort Unterrichtsprojekte, Exkursionen oder Besichtigungen auf dem Programm stehen.

Testeten die neuen Fahrräder der Klimakommune Saerbeck (v.l.n.r.): Bürgermeister Wilfried Roos, Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau und Schulleiter Maarten Willenbrink.

CO2-freie Mobilität

Im Rahmen der Übergabe an die Schule dankte Bürgermeister Wilfried Roos der Allianz Umweltstiftung für die Möglichkeit, das Preisgeld für die Anschaffung der Fahrradflotte und somit zum Ausbau der CO2-freien Mobilität verwenden zu können. Maarten Willenbrink, Schulleiter der MKG, erläuterte das Engagement der Schule für den Klimaschutz sowie den außerschulischen Lernstandort und freute sich über den neuen Schul-Fuhrpark: „Jetzt können unsere Schüler umweltfreundlich und sicher in den Bioenergiepark radeln“, so Willenbrink.

Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz-Umweltstiftung, sagte: „In Sachen CO2-neutraler Energieerzeugung zählt Saerbeck in Deutschland zu den Vorreitern. Wir freuen uns, mit unserem Preisgeld einen Beitrag leisten zu können, die Gemeinde auch im Mobilitätsbereich klimafreundlich zu entwickeln und wünschen den Fahrern der Fahrrad-Flotte allzeit gute Fahrt.“

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden zeichnet das Nachhaltigkeitsengagement deutscher Kommunen aus. Den Siegern der Kategorien nachhaltigste Groß-, Mittel- und Kleinstadt stellt die Allianz Umweltstiftung jeweils 30.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.