Deutschlands nachhaltigste Städte stehen fest

Kiel, Buxtehude und Eltville am Rhein sind die Sieger des Wettbewerbs um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden. Von der Allianz Umweltstiftung erhalten die Kommunen nun ein Preisgeld von jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung, die Preisübergabe findet direkt in den Kommunen statt.

Berlin, 13. August 2020

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden

Bereits zum neunten Mal wurden die bundesweiten Vorreiter kommunaler Nachhaltigkeit mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden ausgezeichnet. Dabei werden Kommunen prämiert, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende, nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und die in wichtigen Themenfeldern erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisiert haben.

Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung

Den drei Siegerstädten stellt die Allianz Umweltstiftung ein Preisgeld von jeweils 30.000 Euro für Nachhaltigkeitsprojekte zur Verfügung. Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung und Mitglied der Wettbewerbsjury, zum Ergebnis des Wettbewerbes: "Wir gratulieren den Siegerkommunen und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit. Denn was gibt es Schöneres für eine Umweltstiftung, als mit den Vorreitern kommunaler Nachhaltigkeit gemeinsame Projekte zu realisieren."

Preisverleihungen vor Ort

Wie im vergangenen Jahr finden die Preisverleihungen vor Ort in den Siegerstädten statt und bieten so die Möglichkeit, alle Beteiligten und Interessierten am Erfolg teilhaben zu lassen. Darüber hinaus berichten die Sieger während des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 3. und 4. Dezember 2020 in Düsseldorf über ihr Nachhaltigkeitsengagement.

Klimaschutz, soziale Teilhabe und Bürgerbeteiligung

Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, zu den drei Siegerkommunen: "Neben vorbildlichem Engagement in den Bereichen Klimaschutz und soziale Teilhabe setzen alle drei Siegerstädte auf eine starke bürgerschaftliche Beteiligung. Hier und bei vielen anderen Bewerbern dienen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zunehmend als Kompass für das Nachhaltigkeitsengagement – sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene."

Die Sieger im Einzelnen:

Sieger Kategorie "Großstädte": Kiel

Als einzige deutsche Landeshauptstadt am Meer übernimmt Kiel in besonderer Weise Verantwortung für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, vor allem in puncto Klima- und Meeresschutz. Die Klimaschutz- und Zero-Waste-Stadt rief als erste deutsche Landeshauptstadt den Klimanotstand aus. Im Rahmen des "Masterplans 100 % Klimaschutz" wurden u. a. ein Energieeffizienznetzwerk gegründet und ein Küstenkraftwerk in Betrieb genommen.

Die ausgeprägte Bürgerbeteiligung setzt sich aus formalisierten Beteiligungsangeboten wie beispielsweise Ortsbeiräten in allen Stadtteilen sowie der Mitwirkung einer besonders aktiven Zivilgesellschaft zusammen. Festgeschrieben sind die Maßnahmen u. a. in der Nachhaltigkeitsstrategie "Kiel 2042" – dann wird die Landeshauptstadt 800 Jahre alt.

Sieger Kategorie "Städte mittlerer Größe": Buxtehude

Auch die niedersächsische Hansestadt Buxtehude erarbeitet derzeit in einem partizipativen Prozess ihre Strategie "Buxtehude 2030". Besonderes Augenmerk liegt auf den Themen Klima- und Ressourcenschutz sowie sozialer Teilhabe. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien vermittelt die Hansestadt mit dem Projekt "ener:kita" schon den Kleinsten Kniffe zum Energie- und Ressourcensparen.

Die Innovationsstrategie "Zukunft Made in Buxtehude" bringt Unternehmer zusammen, um sie zu nachhaltigem Wirtschaften zu inspirieren. Jährlich sensibilisiert zudem die nicht-kommerzielle Ökomesse "Vor Ort Fair-Ändern" auch die Verbraucher für einen bewussten Lebensstil. Der Buxtehuder Präventionsrat gestaltet das städtische Engagement u. a. in den Bereichen Bildung, soziale Teilhabe und sogar Klimaschutz mit.

Sieger Kategorie "Kleinstädte und Gemeinden": Eltville am Rhein

Die hessische Wein-, Sekt- und Rosenstadt Eltville am Rhein erarbeitete bereits 2011 ihre "Vision Eltville 2030", die sie trotz dauerhaft angespannter Haushaltslage konsequent weiterentwickelte. Aktive Bürgerbeteiligung schreibt die Kommune groß: Ein transparenter Umgang mit Kritik gewährleistet einen fortwährenden Austausch mit der Bürgerschaft.

Eltville versteht sich als "Soziale Stadt" und "FamilienStadt", was sich u. a. in den Angeboten von Mehrgenerationenhäusern und dem "NetzwerkBüro" widerspiegelt. Frauenwoche, Seniorennetzwerk, Integrationslotsen oder Patenschaften für Arbeitslose – für jeden ist etwas dabei. Projekte wie "Your City For Future" und "KliA-Net_Weinbau" schützen das Klima und schaffen wertvolle Perspektiven zu Klimaanpassungsmaßnahmen im Weinbau.

Alle Finalisten der aktuellen Wettbewerbsrunde:

Großstädte

  • Landeshauptstadt Kiel (Sieger)
  • Landeshauptstadt München (Finalist)
  • Landeshauptstadt Stuttgart (Finalist)

Städte mittlerer Größe

  • Hansestadt Buxtehude (Sieger)
  • Stadt Gera (Finalist)
  • Universitäts- und Hansestadt Greifswald (Finalist)
  • Stadt Neukirchen-Vluyn (Finalist)

Kleinstädte und Gemeinden

  • Stadt Eltville am Rhein (Sieger)
  • Markt Oberelsbach (Finalist)
  • Flecken Steyerberg (Finalist)
  • Stadt Witzenhausen (Finalist)

Initiatoren und Partner

Die Auszeichnung ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Stiftungen, Wirtschaftsvereinigungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.