Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2020: Die Gewinner stehen fest!

Über 200 Schulen aus ganz Deutschland hatten sich um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2020 beworben - nun stehen die Gewinner fest: Schulen in Hamburg, Haubinda (Thüringen), Hemer (Nordrhein-Westfalen), Renchen (Baden-Württemberg) und Vechta (Niedersachsen) dürfen sich über einen Hauptpreis und jeweils 10.000 Euro Preisgeld freuen. 15 weitere Schulen erhalten Anerkennungspreise von je 1.000 Euro.

Berlin, 19. März 2020

Über 200 Bewerbungen

Die Phantasie von Schülern und Lehrern zum Thema Klimaschutz kannte auch diesmal keine Grenzen: 222 Teams mit insgesamt über 12.000 aktiven Schülerinnen und Schülern nahmen an dem zum zwölften Mal ausgelobten und mit 65.000 Euro dotierten Schulwettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung teil. Energiesparmaßnahmen an Schulgebäuden, Fridays-for-Future-Aktivitäten und Aktionswochen zum Klimaschutz wurden ebenso eingereicht wie Broschüren, Ratespiele oder Podcasts über den Klimawandel.

Aus allen Einsendungen schafften es 20 Beiträge in die Endrunde und am 10. März ermittelte die Wettbewerbsjury daraus die Gewinner der fünf mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreise. Doch auch die 15 anderen Teams, die es in die "Top 20" geschafft hatten, dürfen sich freuen: Sie erhalten einen Anerkennungspreis von jeweils 1.000 Euro.

Zum Klimaschutz motivieren

Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, freute sich über das Ergebnis der Jurysitzung: "Unser Wettbewerb zeigt, dass sich Schülerinnen und Schüler nicht nur auf Freitags-Demos für den Klimaschutz einsetzen, sondern im Unterricht und darüber hinaus auch selbst aktiv werden. Der neue Teilnahmerekord mit 222 Wettbewerbsbeiträgen belegt zudem die große Bedeutung des Themas Klimaschutz für die junge Generation. Wir gratulieren den Siegerschulen und hoffen, dass ihre vorbildlichen Projekte auch andere Schulen zu Aktivitäten im Klimaschutz motivieren."

Und die Gewinner sind …

Folgende Projekte, Teams bzw. Schulen erhalten einen Hauptpreis von jeweils 10.000 Euro:

  • die Ida-Ehre-Schule in Hamburg für ihre vielfältigen Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Hermann-Lietz-Schule in Haubinda (Thüringen) für ihre Klimaschutz-Projekte "Sonne tanken" und "Konsum"
  • die Lerngruppe O 4 der Wilhelm-Busch-Schule in Hemer (Nordrhein-Westfalen) für ihr Projekt "WBS for Future"
  • die Grimmelshausenschule in Renchen (Baden-Württemberg) für ihre langjährigen Klimaschutz-Aktivitäten
  • das Gymnasium Antonianum in Vechta (Niedersachsen) für seine Projekttage Nachhaltigkeit.

Folgende Schulen, Teams bzw. Projekte erhalten Anerkennungspreise von jeweils 1.000 Euro:

  • die Wilhelm-Olbers-Oberschule in Bremen für ihr Projekt "Zukunftswoche"
  • der Grundkurs Darstellendes Spiel der gymnasialen Oberstufe des Schulzentrums Geschwister Scholl in Bremerhaven für sein Projekt "Es reicht! – Ein Theaterstück, das man buchen kann"
  • die Gesamtschule Brüggen (Nordrhein-Westfalen) für ihre Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Schülerfirma "The Green Club" des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen für ihre Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Finnlandklasse 7a des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Flörsheim (Hessen) für ihr Projekt "Klimafreundliche Schule"
  • die Klima-AG der Stadtteilschule Walddörfer in Hamburg für ihre seit zehn Jahren laufenden Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Klima- und Umwelt-AG des Gymnasiums in Haren (Niedersachsen) für die von ihr organisierten Projekttage zum Klimaschutz
  • das Max-Born-Gymnasium in Neckargemünd (Baden-Württemberg) für seine langjährigen Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Klasse 9c der Freiherr-vom-Stein-Schule Neckarsteinach (Hessen) für ihr Projekt "Klima to go"
  • das POP-Movement-Team Germany des Julius-Stursberg-Gymnasiums in Neukirchen-Vluyn (Nordrhein-Westfalen) für seine Klimaschutz-Aktivitäten
  • das Gymnasium Johanneum in Ostbevern (Nordrhein-Westfalen) für seine Klimaschutz-Aktivitäten
  • die Gruppe Nachhaltigkeit des Kuniberg Berufskollegs in Recklinghausen für die Klimawoche 2019
  • die Klimaschutz-Aktivitäten der Klimascouts des Gymnasiums in Sulingen (Niedersachsen)
  • der Seminarkurs "Energieprojekt" der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg) für sein langjähriges Klimaschutz-Engagement
  • die Klimascouts am Evangelischen Gymnasium in Werther (Nordrhein-Westfalen) für ihr Projekt "Prima Klima am EGW".

Die fünf Hauptgewinner im Einzelnen:

Ida-Ehre-Schule, Hamburg

Die Ida-Ehre Schule in Hamburg mit ca. 1.300 Schülerinnen und Schülern wird für ihre vielfältigen Klimaschutz-Aktivitäten ausgezeichnet. Sie ist offiziell als Klimaschule anerkannt und verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Dazu soll unter anderem die Wärmeversorgung der Gebäude CO2-neutral umgebaut werden. Weitere CO2-Emissionen will die Stadtteilschule mit Hilfe eines schuleigenen Klimawaldes neutralisieren. Dazu sollen Spendengelder gesammelt, in der Umgebung Hamburgs Flächen gekauft und aufgeforstet werden. Viele weitere Klimaschutz-Aktivitäten, eine eigene Klimaschule-Homepage mit Klima-Blog ergänzen und flankieren die beiden "Großprojekte" Heizungsanlage und Klimawald.

Hermann-Lietz-Schule, Haubinda

Die etwa 400 Schülerinnen und Schüler zählende Hermann-Lietz-Schule ist Bestandteil eines Internatsdorfes im ländlich geprägten Haubinda in Thüringen und wird für ihre Projekte "Sonne tanken" und "Konsum" ausgezeichnet. Bei "Sonne tanken" entwickelten und bauten die Klassenstufen 7 und 8 eine Solar-Handy-Tankstelle – und gaben damit einen wichtigen Impuls zur Errichtung einer großen Fotovoltaik-Anlage auf dem schuleigenen Sporthallendach. Klimaschonender Konsum ist Inhalt des zweiten Projektes, das den Betrieb zweier Dorfläden mit Schwerpunkt regionale und damit klimafreundliche Produkte beinhaltet – inklusive eines von Schülern betriebenen Lieferservice per Lastenfahrrad.

Wilhelm-Busch-Schule, Hemer

Die Wilhelm-Busch-Schule in Hemer ist eine Förderschule mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung mit ca. 130 Schülerinnen und Schülern. Die Auszeichnung geht an die Lerngruppe O 4, eine jahrgangsübergreifende Gruppe der Klassen 8 bis 10. Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes zum Umgang mit digitalen Medien entwickelten und gestalteten die Schüler eine Homepage mit Klimatipps für alle Lebensbereiche. Zusätzlich erfanden sie einen digitalen Advents-Kalender – einen Instagram-Account, bei dem sich täglich ein neues Türchen zu einem selbst erdachten und bebilderten Klimaschutz-Tipp öffnete.

Grimmelshausenschule, Renchen

Die Grimmelshausenschule in Renchen, eine Verbundschule mit ca. 800 Schülerinnen und Schülern, wird für ihre langjährigen Klimaschutz-Aktivitäten ausgezeichnet. Die Energieversorgung ist durch Ökostrombezug, Hackschnitzelanlage und Blockheizkraftwerk klimafreundlich sichergestellt. Um das Energiesparen im Schulalltag kümmern sich speziell ausgebildete Umweltsprecher und Umweltmentoren. Besonders lobte die Jury den 2019 durchgeführten Klimatag "Fridays for Future" – und dass zahlreiche der an diesem Tag gemeinsam entwickelten Ideen für Klimaschutz-Aktivitäten bereits umgesetzt wurden.

Gymnasium Antonianum, Vechta

Das etwa 900 Schülerinnen und Schüler zählende Gymnasium Antonianum in Vechta erhält die Auszeichnung für die von der gesamten Schulgemeinschaft vorbereiteten und im Oktober 2019 durchgeführten Projekttage Nachhaltigkeit. Schüler, Eltern und Lehrer konnten dabei jeweils eigene Projekte anbieten. Workshops zu klimafreundlicher Ernährung und Unterrichtseinheiten zu erneuerbaren Energien fanden ebenso statt, wie Baumpflanzaktionen oder eine Kleidertausch- und Bücherbörse. Alle Projekte wurden in einer Online-Zeitung dokumentiert und inzwischen hat sich eine Schüler-Eltern-Lehrer-AG gegründet, die konkrete Klimaschutz-Projekte in den Bereichen Müll und Energie umsetzen möchte.

Jury

Die Jury setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Prof. Dr. Günter Bachmann, ehem. Generalsekretär des Rates für nachhaltige Entwicklung (Juryvorsitz)
  • Marie-Luise Beck, Geschäftsführerin Deutsches Klima-Konsortium e. V.
  • Elise Fleer, Arved Fuchs Expeditionen
  • Robert Hennies, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Anne Lippa, Schülerin der Integrierten Gesamtschule Wörth am Rhein (Preisträger 2019)
  • Stefan Schulze-Hausmann, Journalist und Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises
  • Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung
  • Christian Strube, Lehrer am Robert-Havemann-Gymnasium Berlin (Preisträger 2019).

Preisverleihung neben dem Brandenburger Tor und Besuch im Bundeskanzleramt

Die Preisverleihung im Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin - direkt neben dem Brandenburger Tor - ist für den 25. Mai geplant. Am 26. Mai sind die Siegerteams ins Bundeskanzleramt eingeladen, wo ihnen Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun persönlich zu ihren Auszeichnungen gratulieren möchte. Ob diese Veranstaltungen stattfinden können, ist vom weiteren Verlauf der Corona-Epidemie und den damit zusammenhängenden Einschränkungen bzw. Vorsichtsmaßnahmen abhängig.

Klimapreis

Mit dem Deutschen Klimapreis will die Allianz Umweltstiftung das aktive Klimaschutz-Engagement von Schulen auszeichnen. Er wird jährlich verliehen und soll Schüler wie Lehrer dazu motivieren, sich dem wichtigen Thema Klimaschutz mit Freude und positivem Engagement zu widmen. Der Deutsche Klimapreis der Allianz Umweltstiftung besteht aus fünf gleichwertigen Auszeichnungen, die mit jeweils 10.000 Euro dotiert sind. Zusätzlich erhalten alle weiteren Beiträge, die es unter die Top 20 schaffen, einen Anerkennungspreis von jeweils 1.000 Euro.