Warning: You are using an outdated Browser, Please switch to a more modern browser such as Chrome, Firefox or Microsoft Edge.

2017 wurde Geestland als Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe ausgezeichnet und gewann 35.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung. Mit dem Preisgeld leistet die Kommune nun einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und forstet mit insgesamt 35.000 Bäumen bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Am 5. März startete die Pflanzaktion.

Berlin/Geestland, 10. März 2021
Pflanzten mit fachkundiger Unterstützung den ersten von 50 Koblenzer Klimabäumen: Oberbürgermeister David Langner (links) und Andreas Drechsler (rechts), Werkleiter der Eigenbetriebs Grünflächen und Bestattungswesen (Foto: Stadt Koblenz).
 
Bürgermeister Thorsten Krüger (links) pflanzte "unter Aufsicht" von Försterin Lina Richardt (rechts) den ersten von 35.000 Bäumen (Foto: Stadt Geestland).

Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe

2017 setzte sich Geestland beim Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden als Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe durch. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben und war mit einem Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 35.000 Euro dotiert.

Laut Wettbewerbsjury zeigt die niedersächsische Kommune eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit integriert gedacht und mit Leidenschaft sowie Kreativität gestaltet werden kann. Klimapolitisch punktete Geestland unter anderem mit zahlreichen lokalen Energiesparprojekten sowie der internationalen Klimapartnerschaft mit dem afrikanischen Königreich Lesotho. Und für Klimaschutz wird nun auch ein Großteil des Preisgeldes verwendet – für die Pflanzung von 35.000 Bäumen auf vier städtischen, bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen.

 

Der erste von 35.000 Bäumen

Bürgermeister Thorsten Krüger gab am Freitag, den 5. März mit der Pflanzung des ersten Baumes den Startschuss für die Aufforstung. Der Berg-Ahorn, den er in den Boden setzte, war zwar eher klein - 20 oder 30 Zentimeter ragten noch aus der Erde. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten soll er aber zu einem stattlichen Exemplar heranwachsen und das tun, was ein Baum am besten kann: CO2 aufnehmen, den darin enthaltenen Kohlenstoff speichern und so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die restlichen der 35.000 Bäume werden in den folgenden Tagen von einer Fachfirma gepflanzt, ein Baum für jeden der ca. 33.000 Einwohner Geestlands – plus Zuwachsreserve.

Heimische Laubbäume

"Kirsche, Stieleiche, Berg-Ahorn, Hainbuche, Ulme, Walnuss: Wir pflanzen hier auf vier Flächen ausschließlich heimische Laubbäume, dazu Sträucher und Blühstreifen", erzählt Försterin Lina Richardt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Gemeinsam mit Alexander Fink vom Bauhof der Stadt Geestland begleitet sie das Projekt. Die vier Pflanzflächen mit einer Größe von insgesamt 60.000 Quadratmetern sind Eigentum der Stadt Geestland und wurden bisher landwirtschaftlich genutzt.

Laut Fink ist der Boden geradezu prädestiniert für Eichen. "Sie können mit ihren Wurzeln die Lehmschicht durchdringen und an das darunter befindliche Wasser kommen. Andere Bäume wurzeln bei diesen Verhältnissen eher flach und sind dann nicht so standsicher." Außerdem ist die Eiche Lebensraum für über 100 andere Lebensformen wie Flechten, Pilze, Insekten, Vögel oder Kleinstsäuger."

Aufforstung gegen den Klimawandel

"Aufforstung ist eine effektive Maßnahme gegen den Klimawandel. Wir setzen hier ein deutlich sichtbares Zeichen, dass wir alles dafür tun, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen", betont Thorsten Krüger. Der Bürgermeister freute sich sehr, dass es jetzt endlich losgeht. Denn eigentlich wollte die Stadt Geestland mit dem ehrgeizigen Pflanzprojekt schon Ende 2019 beginnen. "Doch dann kam noch das Ausschreibungsverfahren und eine Umweltverträglichkeitsstudie dazwischen. Das muss man sich mal vorstellen: Wir pflanzen hier heimische Bäume und müssen die Umweltverträglichkeit prüfen lassen", so Thorsten Krüger. "Aber wir haben auch diese bürokratische Hürde gemeistert und freuen uns jetzt, hier einen neuen Wald für uns und die kommenden Generationen zu schaffen."

Das Preisgeld macht´s möglich

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf ungefähr 100.000 Euro. Etwa 30.000 Euro kommen aus dem Preisgeld, das Geestland als Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe 2017 von der Allianz Umweltstiftung gewonnen hat. Deren Projektmanager Peter Wilde freut sich doppelt über die Verwendung des Preisgeldes: "Denn zum einen leistet die Pflanzung der Bäume einen Beitrag zum Klimaschutz, zum anderen entsteht dadurch neue Stadt-Natur. Wir wünschen der Stadt Geestland gutes Gelingen bei der Pflanzung und hoffen, dass die Bäume baldmöglichst zu stattlichen Exemplaren heranwachsen“, so Wilde. Die restlichen Kosten werden aus Fördermitteln des Landes Niedersachsen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen finanziert.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden zeichnet seit 2012 Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit aus. Prämiert werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten die lokale Entwicklung vorbildlich nachhaltig gestalten und damit in besonderer Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern.

Die Auszeichnung ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, der Allianz Umweltstiftung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.