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2019 wurde Bad Berleburg als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt ausgezeichnet und gewann 30.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung. Ihren Gewinn kombinierte die Kommune mit einem Förderprogramm der EU und kann nun Nachhaltigkeitsprojekte im Umfang von etwa 85.000 Euro umsetzen. Die Pflanzung von Obstbäumen war eines der ersten.

Bad Berleburg/Berlin, 10. November 2021
Freuen sich auf viele weitere Nachhaltigkeits-Aktionen und -projekte: Bürgermeister Bernd Fuhrmann (2.v.l.), Rebecca Dienst (Projektmanagerin der Stadt Berleburg) und freiwillige Helfer bei der Obstbaumpflanzung im Ortsteil Weidenhausen. (Foto: Stadt Bad Berleburg)
Freuen sich auf viele weitere Nachhaltigkeits-Aktionen und -projekte: Bürgermeister Bernd Fuhrmann (2.v.l.), Rebecca Dienst (Projektmanagerin der Stadt Berleburg) und freiwillige Helfer bei der Obstbaumpflanzung im Ortsteil Weidenhausen. (Foto: Stadt Bad Berleburg)

Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt

2019 setzte sich Bad Berleburg beim Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt durch. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. vergeben und war mit einem Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 30.000 Euro dotiert.

Die Wettbewerbsjury lobte besonders das ganzheitliche, prozess- und stark beteiligungsorientierte Vorgehen der inmitten des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge gelegenen "Stadt der Dörfer". Ein eigens für die Herausforderungen einer Flächengemeinde entwickeltes Leitbild, die aktive Gestaltung des digitalen Wandels sowie beispielhafte Aktivitäten in den Bereichen sanfter Tourismus, Arten- und Ressourcenschutz trugen ebenfalls zum Wettbewerbsgewinn bei.

Aus den Dörfern – für die Dörfer

Nach der Auszeichnung war schnell klar, dass das Preisgeld vollständig in die verschiedenen Ortschaften der Kleinstadt investiert werden sollte. Mehr noch: "Jeden Euro, den wir in die Dörfer geben, machen wir bildlich gesprochen zu drei Euro", erklärte Bernd Fuhrmann. Der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg spielte damit auf die Gesamtsumme an, die in die Ortschaften fließt: Zu dem Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 30.000 Euro kommt noch eine LEADER-Förderung, sodass insgesamt etwa 85.000 Euro für nachhaltige Kleinprojekte in den Ortschaften zur Verfügung stehen. LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung ländlicher Regionen.

Ideen aus den Dörfern

"Die Ideen für diese Projekte haben die Dorfgemeinschaften selbst entworfen und damit dem Gedanken der Nachhaltigkeit vollends Rechnung getragen", erklärte Rebecca Dienst. Die Projektmanagerin für Kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Bad Berleburg verdeutlichte damit, dass nicht nur die Projekte selbst nachhaltig sind, sondern auch ihre Realisierung – denn diese orientiert sich am konkreten Bedarf der Dorfgemeinschaften.

"Wir wollen das Geld so investieren, dass es direkt bei unseren Bürgerinnen und Bürgern ankommt", betonte Bernd Fuhrmann, der bei der Umsetzung der ersten Projekte dabei war. Denn der Ortsteil Weidenhausen ging mit gutem Beispiel voran und hat von den zur Verfügung stehenden 3500 Euro – die jeweiligen Mittel orientieren sich am Einwohnerschlüssel – gleich mehrere Ideen verwirklicht: Unter anderem die Pflanzung von neun Apfelbäumen, die am 6. November auf einer seit 2009 bestehenden Streuobstwiese erfolgte.

Lob von der Stiftung

Ein großes Lob für die Verwendung des Preisgeldes kam von der Allianz Umweltstiftung aus Berlin: "Wir freuen uns über die clevere 'aus Eins mach Drei-Strategie' der Bad Berleburger. So können wir mit unserem Preisgeld dreifachen Nutzen stiften und einen noch größeren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Städte und Gemeinden leisten," so Peter Wilde, Projektmanager der Stiftung.

Zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsprojekte hatte die Bad Berleburger Stadtverwaltung eine Liste mit unterschiedlichen Nachhaltigkeitsprojekten erarbeitet, aus denen die Ortsteile auswählen konnten. Der finanzielle Umfang wurde dabei jeweils durch den Bevölkerungsschlüssel definiert.

Insgesamt werden in den 23 Gemeindeteilen über 400 Bäume und Sträucher gepflanzt sowie zahlreiche Bänke, Sitzgruppen, Fahrradständer und Holzspielelemente aufgestellt. Über 400 Nistkästen und Insektenhotels, teils fertig gebaut, teils als Bausätze, sind bereits angeschafft und werden zukünftig dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Vögeln und Insekten zu verbessern. Schließlich warten 97 so genannte Entdeckersets auf ihren Einsatz. Das sind mit Lupen, Naturführern u. a. ausgestattete Rucksäcke, die es vor allem Kindern ermöglichen sollen, die Natur der Flächengemeinde Bad Berleburg zu erkunden.