Das ist der Gipfel – so lautet der Titel einer Dauerausstellung, die in der Bergstation der Jennerbahn über Flora und Fauna der Felsregionen des Nationalparks Berchtesgaden informiert. Zusätzlich sollen die Besucher für ein rücksichtsvolles Verhalten sensibilisiert werden. Die Allianz Umweltstiftung unterstützte das Projekt mit 100.000 Euro, das nun vom bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber eröffnet wurde.

Berlin/Berchtesgaden, 12. Juli 2022
Freuten sich über die Eröffnung der neuen Ausstellung (v.r.n.l.): Landrat Bernhard Kern, Nationalpark-Chef Dr. Roland Baier und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Foto: Nationalpark Berchtesgaden).
 
Freuten sich über die Eröffnung der neuen Ausstellung (v.r.n.l.): Landrat Bernhard Kern, Nationalpark-Chef Dr. Roland Baier und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Foto: Nationalpark Berchtesgaden).

Hotspot als Infopunkt

Der 1.874 Meter hohe Jenner bietet einen guten Blick auf Watzmann und Königssee, die touristischen Aushängeschilder des Nationalparks Berchtesgaden. Mit einer Seilbahn bis kurz unterhalb des Gipfels ist der Berg bequem zu erreichen. Jährlich nutzen bis zu 300.000 Gäste dieses Angebot – ein optimaler Ort also, um möglichst viele Menschen über den Nationalpark zu informieren.

Deshalb wurde 2019 im Erdgeschoss der neu gebauten Gipfelstation eine Ausstellung eröffnet, die über den Lebensraum Felsregion informiert. Mit einer von der Allianz Umweltstiftung unterstützten Erweiterung im Obergeschoss bietet die Ausstellung unter dem Titel "Das ist der Gipfel" nun auf etwa 150 Quadratmetern Fläche ein noch umfangreicheres Informationsangebot. Die Eröffnung fand am 23. Juni durch den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber statt.

Umweltbildung als Schlüssel

Glauber sagte bei der Veranstaltung: "Der Jenner am Tor zum Nationalpark Berchtesgaden ist Besuchermagnet, Wirtschaftsmotor und Aushängeschild für eine ganze Region. Es ist eine Herausforderung, Tourismus und den Schutz der Natur hier in Einklang zu bringen. Ich bin sicher: Umweltbildung ist der wichtigste Schlüssel, um die Menschen vom rücksichtsvollen Umgang in und mit der Natur zu überzeugen. Wir wollen lenken, informieren und sensibilisieren. Die Infostelle am Jenner ist ein idealer Ort, um Lernen, Erholung und Spaß zu verbinden."

Dank an die Umweltstiftung

Ein besonderes Dankeschön richtete der Minister an die Allianz Umweltstiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Neben dem Projekt zum Schutz des Steinadlers habe sie bereits die Ausstellungen im Haus der Berge und im Klausbachhaus unterstützt. Dass Sie nun auch bei der Ausstellung auf der Gipfelstation der Jennerbahn aktiv wurde, verdiene ein besonders herzliches Dankeschön, so Glauber.

Nationalparkmodell und interaktive Spiele

Die neue Ausstellung im ersten Stock der Bergstation will den Besuchern die zentralen Botschaften des Nationalparks sowie den Schutzgebietsgedanken vermitteln. Ob Nationalparkmodell, interaktive Computerspiele und bewegungssensible Grafikböden - auf kurzweilige und unterhaltsame Art präsentiert die neue Ausstellung Informationen über die verschiedenen Hochgebirgsbewohner und ihre Lebensweise. So lernt man zum Beispiel spielerisch, warum in den Lebensräumen der störungsempfindlichen Raufußhühner besondere Rücksichtnahme geboten ist.

Anfassen erlaubt

Über einen Aufzug ist die neue Ausstellung barrierefrei erreichbar, ausgestellte Tiere wie Schneehase oder Murmeltier dürfen angefasst werden. Speziell für die jüngsten Gäste führt die neugierige und in den Bergen allgegenwärtige Dohle als Maskottchen kindgerecht durch die Ausstellung und die Themenwelt des Nationalparks.

Ein Highlight der Ausstellung erwartet Besucher im Außenbereich: Eine kleine Plattform bietet Richtung Norden eine spektakuläre Aussicht ins Berchtesgadener Tal, nach Süden blickt man über die Almen in die Kernzone des Schutzgebietes.

Dreiklang als Basis

Ulrich Brendel, Sachgebietsleiter Infostellen des Nationalparks, sagte: "In unserer neuen Ausstellung legen wir besonderen Wert auf einen Dreiklang aus Wissensvermittlung, Reflexion und Sensibilisierung. Wir kommunizieren die wichtigen Verhaltensregeln für Besucher in unserem Nationalpark möglichst anschaulich und nachvollziehbar. Dies ist gerade an einem Hotspot wie dem Jenner wichtig, denn wohl die wenigsten Gäste denken hier vorrangig an die Sensibilität der Natur. Genau dafür wollen wir mit der neuen Ausstellung Bewusstsein schaffen."

Persönlicher Kontakt wichtig

Auch Nationalparkleiter Dr. Roland Baier freute sich über die Eröffnung: "Die neue Infostelle ergänzt hervorragend unsere Ausstellung im Haus der Berge und ich bin sicher, dass wir hier eine große Zahl an Gästen erreichen und für Nationalparkthemen begeistern können". Der persönliche Kontakt zu den Ausstellungsbesuchern sei der Nationalparkverwaltung besonders wichtig. Aus diesem Grund werde die neue Informationsstelle dauerhaft und von Beginn an mit Personal besetzt. Vier Mitarbeiterinnen stünden den Gästen bei allen Fragen rund um den Nationalpark Rede und Antwort.

Generation "Smartphone" erreichen

Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung, ist vom Konzept der Ausstellungsmacher überzeugt: "Wir wollen die Nationalparkbesucher nicht mit dem erhobenen Zeigefinger belehren, sondern sie mit gut aufbereiteten Informationen für die Lebensbedingungen im Hochgebirge sensibilisieren. Durch den Einsatz digitaler Medien erreichen wir auch die Generation "Smartphone" und vermitteln ihr den Schutzgebietsgedanken des Nationalparks."