Bilanz in Sachen Nachhaltigkeit

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2012 gewann Neumarkt (Oberpfalz) den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden und sicherte sich damit 35.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung. Unter dem Motto "Nachhaltigkeit neu lernen" wurden damit in den letzten drei Jahren 14 Mikroprojekte zur Nachhaltigkeit gefördert. Letzte Woche zogen Stadt und Stiftung Bilanz.

Berlin, 22. Februar 2016

Zogen Bilanz in Sachen Nachhaltigkeit: Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann (8.v.l.) und Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau (10.v.l.) inmitten von Schülern Repräsentanten der geförderten Einrichtungen (Foto: Stadt Neumarkt).
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Nachhaltigkeit neu lernen

Die Idee war bestechend einfach: Man wählt viele kleinere, so genannte Mikroprojekte zur Nachhaltigkeit aus, unterstützt sie mit kleineren Geldbeträgen und stiftet so möglichst viele Bürger zu entsprechendem Handeln an. Mit dieser Zielrichtung rief die Stadt Neumarkt (Oberpfalz) 2011 das Förderprogramm "Nachhaltigkeit neu lernen" ins Leben und unterstützte damit unterschiedlichste Nachhaltigkeits-Aktivitäten ihrer Bürger. Vereine, Verbände, Schulen oder Kindergärten erhielten dabei von der Stadt eine Förderung bis zu 5.000 Euro.

Als Neumarkt dann 2012 den Titel als Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe gewann, wurde entschieden, das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 35.000 Euro auch für die Umsetzung des Programms "Nachhaltigkeit neu lernen" zu verwenden. In Abstimmung mit der Stiftung konnten seit Anfang 2013 insgesamt 14 Mikroprojekte unterstützt werden. Am Dienstag letzter Woche stellten Oberbürgermeister Thomas Thumann, Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau und einige der beteiligten Einrichtungen im Neumarkter Bürgerhaus die bisher durchgeführten Mikroprojekte vor.

Viele Kinder und Jugendliche beteiligt

OB Thumann freute sich vor allem über den hohen Anteil der jüngeren Generation an den Nachhaltigkeits-Aktivitäten. Seit dem Start des Programms seien etwa 9.500 Personen erreicht worden, rund 75% davon Kinder und Jugendliche. Bei der Jugend anzusetzen sei für ihn besonders sinnvoll, denn die Kinder und Jugendlichen trügen die Themen nach Hause und animierten dadurch auch ihre Eltern und Großeltern zum Handeln. „Für mich ist es ist grandios, was gerade die Kinder und Jugendlichen, aber auch die erwachsenen Teilnehmer in dieser Zeit entwickelt und auf die Beine gestellt haben,“ so der OB.

Modell für Deutschland

Dr. Spandau zeigte sich von Art und Vielfalt der in Neumarkt unterstützten Mikroprojekte sehr angetan: "Das Preisgeld wurde in Neumarkt vorbildhaft und sinnvoll genutzt. Es konnten unterschiedlichste Nachhaltigkeits-Projekte angestoßen und miteinander vernetzt sowie viele junge Menschen erreicht werden." Das Programm "Nachhaltigkeit neu lernen" könne deshalb als Modell für andere Städte in Deutschland dienen, so der Stiftungsvorstand.

Die geförderten Mikroprojekte im Detail:

Stromsparen – gewusst wie

Bei dem von den CAH-Werkstätten Neumarkt (eine Einrichtung der Christlichen Arbeiterhilfe e. V.) durchgeführten so genannten Stromsparchecks erhielten Haushalte von Transferleistungsempfängern eine kostenlose Beratung zur Reduzierung des Strom- und Wasserverbrauchs. Zusätzlich wurden Sparhilfen wie zum Beispiel abschaltbare Steckerleisten oder Durchflussbegrenzer zur Verfügung gestellt. Das Besondere des Projektes: Die Beratung übernahmen nicht Profis aus Fachbetrieben oder Behörden, sondern eigens für dieses Projekt geschulte ehemalige Langzeitarbeitslose. Und auch die Bilanz kann sich sehen lassen: Im Schnitt sparte jeder der beratenen Haushalte anschließend 150 Euro pro Jahr. Das Projekt wurde in allen drei Jahren durchgeführt.

Kräuterschnecke, Holzbackofen und Fairtrade-Experten

Die Grundschule Woffenbach kam dreimal in Genuss einer Unterstützung: Schüler, Lehrer und Eltern gestalteten gemeinsam den Pausenhof neu – mit Kräuterschnecke, Weiden-Tipis und vielem mehr. Ein anderes Mikroprojekt widmete sich unserem Grundnahrungsmittel Nummer eins, dem Brot. Die Grundschüler lernten, welche Zutaten darin enthalten sind, woher diese stammen und durften im Holzofen sogar selbst Brot backen. In einem weiteren Projekt wurden Schüler zu Fairtrade-Experten ausgebildet, unterrichteten anschließend ihre Mitschüler und sollen nun in einem nächsten Schritt auch an andere Grundschulen "ausgeliehen" werden.

Fairtrade-Beratung, Fairtrade-Frühstück und Walderlebnis

Einen besonderen Service boten 40 Schüler der Berufsschule Neumarkt in sechs Supermärkten der Stadt: Nach entsprechender Vorbereitung informierten die Auszubildenden des Fachbereichs "Einzelhandel und Verkauf" Kunden über fairen Handel und Fairtrade-Produkte. Wer sich dafür Zeit nahm wurde mit Schokolade und Tee belohnt. Auch in der Grundschule Holzheim war fairer Handel das Projektthema: Mit Unterstützung eines Eine-Welt-Ladens wurden die Schüler über das Thema informiert und konnten bei einem Fairtrade-Frühstück praktisch erleben, wie Nachhaltigkeit schmeckt. Die Grundschule an der Hasenheide dagegen zog mit ihren 3. und 4. Klassen zum Unterricht in den Wald. Dort erkundeten sie, welche Tiere und Pflanzen dort leben und erfuhren von einem Förster, welche wichtigen Funktionen der Wald für uns Menschen hat.

Jugendbüro und Stadtmuseum

Mit der Offenen Werkstatt für Nachhaltigkeit brachte das Jugendbüro der Stadt Menschen, die etwas reparieren wollen, mit Menschen zusammen, die etwas reparieren können. Denn oft lassen sich defekte Produkte mit wenig Aufwand reparieren und teure Neuanschaffungen vermeiden - und nebenbei können jede Menge Energie und Rohstoffe gespart werden. Im Neumarkter Stadtmuseum lautete das Thema „Einkaufen früher und heute“. Interessierte verglichen das Einkaufen im alten Tante-Emma-Laden mit der heutigen Praxis, lernten dabei viel über Verpackungsmüll – und dass der gute alte Stoffbeutel so manche unnötige Plastiktüte ersetzen kann.

Papierrecycling mal anders, Solar-Auto-Modelle und Solar-Velo-Taxi

Papierrecycling der etwas anderen Art realisierte das Diakonischen Werk Neumarkt: Statt in die Altpapiertonne zu wandern wurde Papier, das nur auf einer Seite bedruckt ist, gesammelt, zu Spiralblöcken gebunden und dann als Recyclingpapier der anderen Art verkauft. Die Schüler der Theo-Betz-Schule bastelten solarbetriebene Automodelle und an der Mittelschule an der Weinbergstraße bauten Schüler und Lehrer gemeinsam ein solar betriebenes Fahrrad-Taxi, das es nun möglich macht, auf den Rollstuhl angewiesene Mitschüler am Wandertag mitzunehmen. Das Fahrradtaxi war dann übrigens auch der große „Hingucker“ bei der Vorstellung der Bilanz und Mittelpunkt der entsprechenden Pressefotos.

Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden

Seit 2012 vergibt die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden. Gewürdigt werden Kommunen, die eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben, oder in einzelnen Themenfeldern erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisiert haben.

Die Sieger in der Kategorie "Deutschlands nachhaltigste Städte und Gemeinden" (eine Groß-, Mittel- und Kleinstadt bzw. Gemeinde) erhalten von der Allianz Umweltstiftung zur Umsetzung von beispielgebenden Nachhaltigkeitsprojekten eine Fördersumme von jeweils 35.000,- Euro.

Mit dem Preis sollen die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden in nachhaltigem Handeln bestärkt werden, die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung besser zu verankern.