Im Reich des Steinadlers

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Der Nationalpark Berchtesgaden hat zwei neue Besucherattraktionen: Im Klausbachhaus, einem historischen Bauernhaus, eröffnete eine interaktive Dauerausstellung, die sich mit dem Steinadler und der Almwirtschaft im Nationalpark befasst. Und etwa einen Kilometer entfernt, im Klausbachtal, wurde eine neue Steinadler-Beobachtungsstation der Öffentlichkeit übergeben. Die Allianz Umweltstiftung hat beide Projekte mit finanziert.

Berlin, 14. Dezember 2016

Gruppenbild mit Adler: Dr. Christian Barth (Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, 2. v.l.) und Dr. Lutz Spandau (Vorstand der Allianz Umweltstiftung, 3. v.l.) mit Falkner Wolfgang Czech und Adlerdame Jennifer (Foto: Johann Feil).

Ökologisches Schatzkästchen

"Die uralte Kulturlandschaft der Almen ist nicht nur untrennbar mit dem alpinen Bayern verbunden, sondern identitätsstiftend und prägend für die Region," sagte der Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, Dr. Christian Barth, am 8. Dezember bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im Klausbachhaus des Nationalparks Berchtesgaden. Die Natur rund um die Almen könne wegen ihrer Vielfalt sogar als "ökologisches Schatzkästchen" bezeichnet werden. Laut Dr. Barth solle die Ausstellung deshalb auch als Mahnung verstanden werden und zeigen, welchen Verlust das Verschwinden dieser Kulturlandschaft bedeuten würde.

Interaktiv gestaltete Ausstellung

Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, zeigte sich von der Ausstellung begeistert: "In Zusammenarbeit vieler Beteiligter ist hier eine sehr informative, modern und interaktiv gestaltete Dauerausstellung entstanden. Durch die pädagogisch hervorragend und geschickt gewählte Präsentationstechnik spricht die Ausstellung eine sehr breite Zielgruppe an. Ob Kindern oder Erwachsene, Einzelpersonen oder Familien, Touristen oder Einheimische – hier kommt jeder auf seine Kosten."

Davon konnten sich die Gäste der Ausstellungseröffnung, zu denen auch Bürgermeister Herbert Gschoßmann und Nationalparkchef Dr. Michael Vogel sowie dessen Vorgänger Dr. Hubert Zierl zählten, bei einem Rundgang überzeugen.

1.000 Jahre Auf und Ab

Die Ausstellung informiert unter dem Titel "1.000 Jahre Auf und Ab" auf rund 150 Quadratmetern über die lange Tradition der Almwirtschaft und ihre Bedeutung für den Nationalpark Berchtesgaden. Der Titel erinnert an die seit rund 1.000 Jahren immer wiederkehrende, alljährliche Wanderung der Almbauern und ihrer Tiere: Im Frühjahr geht es auf die hoch gelegenen Almen und im Herbst zurück zu den Bauernhöfen im Tal.

Melkstation im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss des Klausbachhauses steht vor allem das Leben und Arbeiten auf einer Alm im Fokus. In Kurzfilmen erklärt und zeigt eine ehemalige Bäuerin die verschiedenen Arbeitsvorgänge auf der Alm. Auf einer Übersichtskarte wird sichtbar, wie viele Almen es im Gebiet des Nationalparks einst gegeben hat und wie viele davon heute noch bewirtschaftet werden. Ein Besuchermagnet im Erdgeschoss dürfte die Melkstation werden: Hier können sich die Besucher selbst als Almbauern „betätigen“ und sich im Melken versuchen.

Adlerflug im Obergeschoss

Im Obergeschoss richtet sich der Blick auf die ökologischen Zusammenhänge in den Almgebieten sowie die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen. Das Highlight sind atemberaubende Flugaufnahmen eines Steinadlers, die unter anderem zeigen, wie der "König der Lüfte" vom Ökosystem Alm profitiert und welche Rolle er darin spielt.

You are welcome

Wichtig für Gäste aus dem Ausland: Die Informationstafeln haben zusätzliche, ins Englische übersetzte Überschriften. Die restlichen Tafelinhalte können über einen Tablet-Computer abgerufen werden, der bei der Ausstellungsbetreuung ausgeliehen werden kann.

Steinadler beobachten

Eine weitere, neue Besucherattraktion des Nationalparks ist die etwa einen Kilometer vom Klausbachhaus entfernte Steinadler-Beobachtungsstation. Dort findet sich in einem Unterstand aus Holz auf Infotafeln viel Interessantes und Wissenswertes zu Lebensgewohnheiten, Horstbereichen und bevorzugten Aufenthaltsorten der Greifvögel. Drei aus großen Baumstämmen geschnittene Liegen sollen das Adler-Beobachten bequemer machen. Und die Chancen, hier tatsächlich den "König der Lüfte" in freier Wildbahn zu entdecken, stehen gut: Die neue Beobachtungsstation bietet freie Sicht auf eine Felswand, in der regelmäßig Adler brüten!

Die Gesamtkosten für die Ausstellung "1.000 Jahre Auf und Ab" und die Steinadler-Beobachtungsstation betrugen 200.000 Euro. Die Allianz Umweltstiftung stellte für den Adlerraum in der Ausstellung und die Adler-Beobachtungsstation 50.000 Euro Fördermittel zur Verfügung.

Ab- und wieder aufgebaut

Übrigens: Das denkmalgeschützte Klausbachhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist der Wohnteil eines ehemaligen typischen Berchtesgadener Bauernhofes. Ursprünglich stand es an einer anderen Stelle und drohte dort zu verfallen. 1992 – 1995 wurde es ab- und an seinem jetzigen Standort wieder aufgebaut und dient seitdem als Nationalpark-Informationsstelle.