Integration auf Grün

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Welchen Beitrag die grünen Berufsfelder zur Integration Geflüchteter leisten können, zeigen aktuelle Projekte der Allianz Umweltstiftung in Ludwigsburg, Eberswalde und Berlin. In Ludwigsburg sind Geflüchtete aus Afghanistan und Algerien bei der Grünpflege aktiv. Letzte Woche wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Berlin, 15. November 2016

Netzwerk für Geflüchtete: Habib, Musa und Mohamed mit ihrer Deutschlehrerin (vorne) und weiteren Beteiligten des Ludwigsburger Projektes "Geflüchtete in der Grünpflege".

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Grünpflege

Für Musa, Mohamed und Habib war es wohl ein gewöhnungsbedürftiger Termin, zu dem sie sich letzten Donnerstag im Sitzungssaal des Ludwigsburger Rathauses eigefunden hatten. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Werner Spec und zahlreichen anderen Beteiligten stellten sie der Öffentlichkeit das von der Allianz Umweltstiftung unterstützte und von der Stiftung Mensch und Umwelt konzipierte Projekt "Geflüchtete in der Grünpflege" vor:

Seit April 2016 sind beim Fachbereich Technische Dienste Ludwigsburg Geflüchtete in der Grünpflege aktiv. Aktuell nehmen sechs Männer aus Afghanistan und Algerien an dem Integrationsprojekt teil und erlernen dabei Fertigkeiten in der Grünpflege. Sie sind in den verschiedenen Bautrupps im Einsatz und erhalten dabei Tipps und Tricks zum Schneiden von Bäumen, Mähen von Wiesen, zur Pflege und Unterhaltung von Stauden und Gehölzen oder von Spiel- und Sportstätten. Parallel zur praktischen Tätigkeit berät die Stadt die Geflüchteten zur beruflichen Integration und versucht, sie in ein Praktikum, eine Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Dank vom OB

Oberbürgermeister Werner Spec bedankte sich bei der Allianz Umweltstiftung für das Engagement in Ludwigsburg. Die Förderung in Höhe von 20.000 Euro habe das Projekt bzw. die zusätzliche Betreuung und Koordination der Geflüchteten erst möglich gemacht. Durch die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten sei ein Projekt entstanden, das zeige, wie Integration zu einer Chance gemacht werden könne, so der OB.

Zweimal Ludwigsburg

Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, freute sich über das geglückte Flüchtlingsprojekt, das bereits das zweite Engagement der Stiftung in Ludwigsburg sei. 2014 habe die Stadt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden und damit 35.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung gewonnen. Das Preisgeld kam der Partnerstadt Kongoussi in Burkina Faso zugute und wurde für ein Projekt zum Schutz des Bam-Sees verwendet. "Und als nun ein Partner für das Flüchtlingsprojekt gesucht wurde, haben wir uns an die gute Zusammenarbeit erinnert, den Kontakt hergestellt und in Ludwigsburg einen begeisterten Kooperationspartner gefunden," so Spandau.

Super zufrieden

Thomas Kaltwasser und Sascha Seidler, Leiter und stellvertretender Leiter der Grünpflege bei den Technischen Diensten Ludwigsburg, berichteten aus der täglichen Projektpraxis. Zunächst habe es zahlreiche Vorbehalte unter den Kollegen gegeben. Die Geflüchteten hätten sich aber durch Fleiß und Pünktlichkeit rasch Akzeptanz erarbeitet und mittlerweile sei man "super zufrieden" mit ihnen. "Die Kollegen reißen sich inzwischen um die Geflüchteten und wir sind froh, wenn wir die Jungs noch möglichst lange behalten können," so Seidler.

Eines von drei Flüchtlingsprojekten

Das Ludwigsburger Projekt ist eines von insgesamt drei Projekten, mit denen die Allianz Umweltstiftung einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt leistet. In Ludwigsburg liegt der Schwerpunkt der Flüchtlingsarbeit auf der Grünpflege. An den Standorten Eberswalde und Berlin-Lichtenberg stehen Arbeiten im Bereich der Forstwirtschaft und der Biotoppflege im Vordergrund.

Sprache als Schlüssel

Das Ludwigsburger Projekt wurde von der Allianz Umweltstiftung gemeinsam mit der Stiftung Mensch und Umwelt konzipiert. Cornelis Hemmer von der Stiftung Mensch und Umwelt begleitet und betreut die Flüchtlingsprojekte der Allianz Umweltstiftung in Berlin und Ludwigsburg und hat einen guten Einblick in den Alltag der Integrationspraxis gewonnen. Seine wichtigste Erkenntnis: "Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg!" Deshalb, so Hemmer, erhielten die Geflüchteten des Ludwigsburger Projektes wie auch die Beteiligten in Berlin und Eberswalde zusätzlich zur praktischen Tätigkeit intensiven Deutschunterricht.

Haben sich die Akzeptanz der Kollegen erarbeitet (v.l.n.r.): Habib und Musa aus Afghanistan und Mohamed aus Algerien.

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