Eine Insel für die Elbe

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Regelmäßig überschwemmte Auen und Inseln waren früher feste Bestandteile unserer Flusslandschaften. Mit dem Ausbau und der Eindeichung der Flüsse gingen sie immer mehr verloren – und mit ihnen wertvolle Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung wird an der Elbe nun eine alte Flussinsel wiederhergestellt. 75.000 Euro stellt die Stiftung dafür zur Verfügung, am 25. Juli 2018 wurde der Fördervertrag unterzeichnet.

Berlin, 31. Juli 2018

Freuen sich auf das Projekt zur Auenwildnis an der Elbe (v.l.n.r.): Bettina Kühnast (Geschäftsführerin des Trägerverbundes Burg Lenzen), Johannes Prüter (Leiter Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue), Jörg Nitsch (stv. Vorsitzender BUND Bundesverband), Dr. Lutz Spandau (Vorstand Allianz Umweltstiftung), Dr. Meike Kleinwächter (Leiterin des BUND-Auenzentrums), Dieter Leupold (stv. Vorsitzender des BUND-Landesverbandes Sachsen-Anhalt) und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler (Vorstand des Trägerverbundes Burg Lenzen). (Foto: Allianz Umweltstiftung/Peter Wilde)

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Lebensraum Elbauen

Die Hohe Garbe ist einer der wenigen Reste von Wildnis an der Elbe, ein artenreicher Auwald mit etwa zwei Quadratkilometern Größe im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe nahe der Stadt Wittenberge. Mit typischen Auwaldbäumen wie Eichen und Flatterulmen ist sie ein bedeutsamer Lebensraum zum Beispiel für Fischotter, Mittelspecht und verschiedene Fledermausarten. Weil ein alter Deich das Waldgebiet von der Elbe trennt, wird die Halbinsel nicht mehr regelmäßig überschwemmt. Wasser gelangt nur noch verzögert in den Auwald, die natürliche Flussdynamik ist unterbrochen. Die typischen und teilweise bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Auen werden deshalb nach und nach von Allerweltsarten verdrängt. Einer der letzten alten Auwälder an der Mittleren Elbe droht damit verloren zu gehen.

Auenwildnis für die Elbe

Mit dem Großprojekt "Die Hohe Garbe – Auenwildnis an der Elbe" soll die Halbinsel wieder eine naturnahe Auendynamik mit typischen Auenlebensräumen erhalten. Dazu werden unter anderem der alte Deich stellenweise zurückgebaut sowie verschiedene Kleingewässer geschaffen oder bestehende aufgewertet. Die Allianz Umweltstiftung unterstützt im Rahmen dieses Großprojektes die Wiederherstellung einer alten Flussinsel und die Wiederanbindung einer ehemaligen Flutrinne. 75.000 Euro stellt die Stiftung für diese Maßnahmen zur Verfügung.

"Wir freuen uns, der Elbe ein Stück Wildnis zurückgeben zu können," sagte Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, als er am 25. Juli 2018 in Lenzen an der Elbe den entsprechenden Fördervertrag unterschrieb. "Die Hohe Garbe wird damit nicht nur als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erheblich aufgewertet. Die Maßnahmen verbessern darüber hinaus die Wasserrückhaltung in der Landschaft und tragen als beachtlicher Kohlenstoffspeicher wirksam zum Klimaschutz bei," so Spandau.

Wasser wird wichtig

Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Vorstand des Trägerverbundes Burg Lenzen, wies angesichts der aktuellen Trockenheit in großen Teilen Deutschlands auf einen weiteren wichtigen Aspekt des Projektes hin. "Die Bedeutung lebendiger Auen wird in den nächsten Jahren zunehmen, denn Wasser wird zunehmend ein rares und kostbares Gut – und wir sitzen alle im selben Boot!" Der Trägerverbund Burg Lenzen e. V., eine Unterorganisation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), ist für Planung und Umsetzung des Großprojektes zuständig.

Neue "alte" Insel

Dass mit den Fördermitteln der Allianz Umweltstiftung keine vollständig neue Elbinsel gebaut wird, erläuterte Bettina Kühnast, Geschäftsführerin des Trägerverbund Lenzen: "Bis vor etwa 170 Jahren gab es vor der Hohen Garbe eine Insel namens Kälberwerder. Sie wurde damals durch Aufschüttungen mit dem Flussufer verbunden und ihrer natürlichen Dynamik beraubt." Diese ehemalige Insel solle nun wieder vom Ufer getrennt und weitgehend der natürlichen Dynamik überlassen werden, so Kühnast.

Von der so entstehenden Insel werden die an den Elbauen beheimateten Tier und Pflanzen profitieren. So brütet der seltene Flussläufer auf den flachen Kiesbänken und in den flachen Uferbereichen finden Jungfische einen vor Raubfischen und starker Strömung geschützten Lebensraum, den es sonst in den großen Flüssen kaum noch gibt. Langfristiges Ziel des Großprojektes "Die Hohe Garbe – Auenwildnis an der Elbe" ist übrigens die Entwicklung einer sich selbst überlassenen Auenlandschaft.