Allianz Umweltstiftung bringt neues Leben in den Nehmser See

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"Kaum sanierbar" lautete das Urteil über den Nehmser See in einer Bewertung der Gewässer Schleswig-Holsteins. Die Allianz Umweltstiftung ließ sich davon nicht entmutigen und förderte ein neuartiges Sanierungskonzept – mit Erfolg, wie sich zum Projektabschluss am 19. September 2003 zeigt. 

München, 18. September 2003

Am Rande des idyllischen Naturparks Holsteinische Schweiz im Landkreis Bad Segeberg liegt der Nehmser See, der während der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren entstand. Durch die Einleitung von privaten Abwässern sowie die anhaltende Nährstoffzufuhr aus landwirtschaftlichen Flächen der Umgebung entwickelte er sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zu einem nährstoffreichen Algensee mit einsetzender Verlandung. Ohne Gegenmaßnahmen wäre der See in absehbarer Zeit vollständig verlandet; Fäulnisprozesse und Fischsterben wären die Folge gewesen.

In einer Bewertung der Gewässer Schleswig-Holsteins war der Nehmser See als kaum sanierbar eingestuft. Er befand sich in der schlechtesten von sieben Bewertungsstufen. Ziel von Entlastungsmaßnahmen sollte höchstens der Erhalt des Sees in seinem damaligen Zustand sein.

Der Gemeinderat und der örtliche Allianz-Vertreter Ulf Petersen wollten dies nicht akzeptieren und schlugen deshalb vor, den See mit Hilfe eines Sanierungskonzepts zu erhalten und seine Wasser- und Biotopqualität zu verbessern. Im Frühjahr 1999 beauftragte die Gemeinde Nehms Gewässerspezialisten mit der Erarbeitung entsprechender Pläne.

Allianz Umweltstiftung fördert Sanierungskonzept

Die Allianz Umweltstiftung prüfte das entstandene Sanierungskonzept und entschloss sich, das Projekt mit 110.000 Euro zu fördern. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, freut sich über den positiven Verlauf der Sanierung: "Das Beispiel des Nehmser Sees zeigt, dass Stiftungen gerade bei auf den ersten Blick schwierigen Projekten, für die sich sonst schwer Unterstützung finden lässt, eine wichtige Aufgabe erfüllen."

Die Bausteine des Sanierungskonzepts

Parallel zur Reduzierung des Nährstoffeintrags in den See sollte durch gezielte Eingriffe in das Nahrungsgefüge, durch die Förderung bestimmter Pflanzen- und Tiergruppen und durch spezielle fischereiliche Maßnahmen ein stabiler Zustand herbeigeführt werden. Damit sollte der Nehmser See wieder klar werden, weniger schnell verlanden und einer großen Tier- und Pflanzenzahl Lebensraum bieten.

Wasserflöhe sorgen für Durchblick

Ein Beispiel: Insgesamt wurden dem See innerhalb der vier Jahre, die die Sanierung in Anspruch nahm, etwa 15 Tonnen Brassen und andere Weißfische entnommen. Diese Fischarten ernähren sich hauptsächlich von Wasserflöhen. Wasserflöhe wiederum fressen Algen, die für die Trübung des Wassers verantwortlich sind und das Wachstum von Wasserpflanzen hemmen. Durch das Abfischen wurde somit der Wasserflohbestand erhöht und eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität erreicht.

Begleitend hatte die Gemeinde Nehms bereits Vorleistungen zur Verringerung der Nährstoffzufuhr erbracht. Sie modernisierte Abwasseranlagen, die in den See münden, und legt Grünstreifen zwischen Ackerflächen und den See. Zwei neue Gewässerschutzteiche verringerten zusätzlich die Restbelastungen aus den Kleinkläranlagen.

Neues Leben im Nehmser See

Das Ergebnis dieser Maßnahmen: Seit Ende 2002 hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Das zeigt sich auch daran, dass die Konzentration an Phosphor und Chlorophyll stark zurückgegangen ist. Die Sichttiefe erhöhte sich von 30 cm bis auf drei Meter. Mittlerweile können am Grund des Sees sogar wieder Wasserpflanzen beobachtet werden.

Von den Ergebnissen und Erfahrungen des Projektes profitieren auch andere schleswig-holsteinische Gewässer, etwa der ebenfalls sanierungsbedürftige Klüthsee bei Bad Segeberg.

Die Allianz Umweltstiftung schließt das Sanierungsprojekt am 19. September mit einer Informationsveranstaltung in Nehms ab: selbstverständlich mit Blick auf den See – und jetzt auch wieder in den See.

Quelle: AllianzGroup.com News