Was uns das "Jahrhunderthochwasser" lehrt

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Die meisten Klimaforscher sind sich inzwischen einig: Der Klimawandel in Mitteleuropa ist vom Menschen mit verursacht.

München, 6. August 2003

Das "Jahrhunderthochwasser" vor einem Jahr hat nicht nur in ganz Mitteleuropa erhebliche Schäden verursacht, sondern auch eine Debatte angestoßen. Längst beschäftigen sich nicht nur Experten mit der Frage: Sind die Fluten ein unvermeidliches Naturereignis, oder sind sie Anzeichen für einen vom Menschen mit verschuldeten Klimawandel?

90er Jahre: Das wärmste Jahrzehnt

Dass sich das Klima verändert hat, ist offensichtlich: Die neunziger Jahre waren im globalen Maßstab die wärmsten, die je gemessen wurden. Und seit 1850 sind fast zwei Drittel des damals vorhandenen Gletschereises weltweit abgeschmolzen.

Doch hat es in der Geschichte der Erde immer wieder natürliche Klimaveränderungen gegeben, zuletzt die sogenannte "kleine Eiszeit" zwischen etwa 1540 und 1850. Daher fällt eine eindeutige Antwort in einer Wissenschaftsdisziplin wie der Klimaforschung, die sich mit langfristigen Veränderungen befasst, nicht leicht.

Forschungsprogramm seit fast 30 Jahren

Der Verdacht, die massenhafte Freisetzung von Treibhausgasen (wie dem Kohlendioxid) könnte die Ursache für die messbare Erwärmung der Erdatmosphäre sein, kam erstmals Mitte der siebziger Jahre auf. Mehr als 2000 Wissenschaftler organisierten sich in einem weltumspannenden Forschungsprogramm, dem Intergovernmental Panel on Climatic Change.

Im Jahr 1995 stellte das Gremium erstmals mit seiner ganzen Autorität fest: Der Mensch verändert das Klima.Wie stark die Temperaturen weltweit noch steigen werden, entscheidet demnach vor allem menschliches Handeln. Diese Überzeugung teilen 95 Prozent der Klimaforscher weltweit.

Temperatur hört frühstens 2050 auf zu steigen

Sicher ist für die kommenden Jahre und Jahrzehnte nur, das die Unsicherheit zunehmen wird. Selbst wenn wir morgen aufhörten, Kohle, Erdöl, Gas oder Holz zu verbrennen, käme die Temperatursteigerung frühestens Mitte des Jahrhunderts zum Stillstand.

Bis dahin müssen wir uns auf starke Klimaschwankungen einrichten - manche Wissenschaftler rechnen durch die Klimaveränderung auch mit Termiten und anderen tropischen Holzzerstörern in Mitteleuropa sowie der Rückkehr der Malariamücken.

Bodenversiegelung vermeiden

Gegen die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt kann der einzelne kurzfristig also nichts unternehmen - wohl aber dazu beitragen, die Entstehung von Hochwasser zu verringern.

Das gilt insbesondere für Bauherren, Gartenbesitzer und Landwirte. "Ein großer Faktor bei der gestiegenen Hochwassergefahr ist die zunehmende Bodenversiegelung", erklärt Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung. "Daher sollten beispielsweise Höfe, Plätze oder Wege möglichst nicht versiegelt sein, z.B. aus Beton, Teer oder Platten, sondern aus natürlichem Material gebaut werden, bei dem das Wasser versickern kann."

Wer neu baut, sollte Flusstäler und Hochwassergebiete schon aus Eigennutz meiden. Und: Nur wer in einer Gegend mit regelmäßigen Hochwassern wohnt, erhält keinen Versicherungsschutz - alle anderen können sich problemlos mit einer Police gegen die Schäden absichern.

Die Politik ist gefordert - und jeder einzelne

Natürlich ist auch die Politik gefordert, Flüsse nicht zu begradigen, Auen nicht als Bauland auszuweisen und dafür zu sorgen, dass die Waldbestände nicht reduziert werden - diese speichern Wasser weit besser als z.B. Siedlungen oder Ackerland.

Doch zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes kann neben den Regierungen und der Industrie in bescheidenem Umfang jeder beitragen - sei es durch das Bauen von Niedrigenergiehäusern, Heizen mit regenerativer Energie oder energiesparende Fortbewegung.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

Quelle: AllianzGroup.com News