Seifersdorfer Tal in neuem Glanz

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Allianz - seifersdorfer-tal

Die Allianz Umweltstiftung feiert am 11. September die abgeschlossene Sanierung des Seifersdorfer Tals bei Dresden, eines der bedeutendsten Gartendenkmäler Deutschlands.

Seifersdorf bei Dresden, 10. September 2004

Caspar David Friedrich und Jean Paul besuchten ihn, auch mit Goethe und Herder war der Hausherr befreundet. Karl Friedrich Schinkel gab bei seinem Besuch Tipps für den Umbau des alten Schlosses, und Carl Maria von Weber erhielt vom Hausherrn die Anregung, seine neue Oper "Freischütz" zu nennen.

Das Seifersdorfer Tal, etwa 20 Kilometer nördlich von Dresden gelegen, war ab 1781 nicht nur ein kulturelles Zentrum, sondern auch einer der ersten Landschaftsgärten Deutschlands und verkörpert auf einzigartige Weise als "Empfindsamer Garten" die Idee der Aufklärung.

150 Jahre "Dornröschenschlaf"

Und trotzdem haben Sie noch nie vom Seifersdorfer Tal gehört? Kein Wunder: Nachdem der Schöpfer und Hausherr des Gartens, Hans Moritz Graf von Brühl, seine Frau Tina und sein Sohn gestorben waren, fiel der Garten ab etwa 1840 in einen Dornröschenschlaf. Gebäude und Denkmäler verfielen, Wiesen und Wege wucherten zu.

Zum Glück blieb der Garten in diesen 150 Jahren unter diversen Regierungen und Regimes nahezu unberührt. Selbst von den einzigartigen "Gartenszenen", die an Dichter, Denker oder auch Familienmitglieder erinnern, zeugten noch zahlreiche Spuren.

Erneuerung seit 1981

Schon 1981 gründeten Absolventen der Technischen Universität Dresden und andere Gartenfreunde eine Initiative, um das Seifersdorfer Tal neu zu beleben. Nach der Wende 1990 engagierten sie sich im Verein Seifersdorfer Thal e.V. weiter, nicht nur als Gärtner, sondern auch als Fremdenführer und Veranstalter von Lesungen und Konzerten.

Im Frühjahr 1998 nahm die Allianz Umweltstiftung, die sich von jeher für historische Gärten interessierte, mit dem Verein Kontakt auf. Gemeinsam entwickelten sie einen Plan, den Garten gründlich zu sanieren. Zwischen 1999 und 2004 restaurierten ortsansässige Handwerker Denkmale und erneuerten Brücken; ABM-Kräfte sanierten die Wege und legten überwucherte Bereiche frei.

Gut eine halbe Million Euro hat das Projekt gekostet; 360.000 davon steuerte die Allianz Umweltstiftung bei. Am 11. September feiern die Projektpartner die abgeschlossene Sanierung mit einer Theateraufführung in historischen Kostümen; am Tag des Offenen Denkmals (12. September) führen Mitglieder des Vereins Besuchergruppen durch das Tal.

Gedankenwelt der Aufklärung

Die Besucher erfahren durch drei Infosäulen und fünf sogenannte "Schatztruhen" mehr über Geschichte und Gegenwart dieses einmaligen Gartens. Das etwa 40 Hektar große Gelände entstand aus einem natürlichen Flusstal.

Die Gartenszenen, etwa der "Tempel des Amor", die "Petrarca-Hütte" oder das "Denkmal für den Vater der Gräfin", sollten damals im Sinne der Aufklärung zum Nachdenken anregen, in bestimmte Stimmungen versetzen und Tugend vermitteln. Wenn das heute wieder gelingen sollte – um so besser.

Julia Franke, allianz.com News