"Der Islamische Garten trägt zum Dialog der Kulturen bei"

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Am 3. Juni werden in Berlin die Pläne für den "Islamischen Garten" vorgestellt, der bis Mitte 2005 im Erholungspark in Berlin-Marzahn entstehen soll. Vorstand Lutz Spandau erläutert das Engagement der Allianz Umweltstiftung im Interview.

München/Berlin, 2. Juni 2004

AllianzGroup.com News: Was kann man sich unter einem "Islamischen Garten" vorstellen?

Spandau: Es wird ein typischer Gartenhof "Riyâd" sein, von einer Mauer mit Arkaden und Säulen umgeben. Er ist geometrisch vierteilig angelegt und an einigen Wänden sind Mosaike vorgesehen. In der frostfreien Zeit werden dort auch exotische Pflanzen wie Granatapfel und Orangenbäume zu bewundern sein.

Im Islamischen Garten spielt Wasser die zentrale Rolle. Deshalb ist es wichtig, seine Schönheit und seine Wohltaten fühlbar zu machen - also wird es Wasserspiele mit Wasserbecken und Fontänen geben. Die Wasserkunst ist übrigens erst durch die islamisch-maurische Gartenkunst nach Europa gekommen.

Der Landschaftsarchitekt Kamel Louafi, er gestaltete bereits die Gärten der Expo 2000 in Hannover, hat sich von den Gartenformen verschiedener islamisch geprägter Länder inspirieren lassen. Unterstützt wurde er vom Gartenhistoriker Prof. Mohammed El Fai'z aus Marrakesch.

Warum fördert die Allianz Umweltstiftung einen Islamischen Garten?

Spandau: Die Erfahrungen mit den "Gärten der Welt" im Berliner Erholungspark Marzahn sind sehr positiv. Chinesischer, Japanischer und Balinesischer Garten tragen bereits ein wenig zum interkulturellen Dialog bei.

In kaum einer anderen deutschen Stadt leben zudem so viele Christen und Muslime zusammen wie in Berlin. Gerade nach dem Schock der Terroranschläge vom 11. September 2001 möchten wir den völkerverbindenden Dialog wieder anstoßen und auf diese Weise einen bescheidenen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Kulturen leisten.

Und was hat das mit Umwelt zu tun?

Spandau: "Aktiv für Mensch und Umwelt" ist unser Motto - bei allen unseren Aktivitäten steht deshalb auch der Mensch im Mittelpunkt. Umwelt bedeutet für uns nicht nur Ökologie im Sinne von Natur- und Artenschutz, sondern auch die Gestaltung der Welt, die uns Menschen umgibt, zum Beispiel in Form von Gärten und Parks.

"Gartenkunst" und "Grün in Städten" waren von Anfang an wichtige Förderschwerpunkte der Allianz Umweltstiftung. In Berlin haben wir zum Beispiel die Errichtung des Mauerparks, die Entwicklung des Natur-Parks Schöneberger Südgelände oder die Neugestaltung des Lustgartens auf der Museumsinsel unterstützt.

Und wenn wir, wie in diesem Fall, hoffentlich noch zur Verständigung zwischen den Kulturen beitragen können, dann freut uns das um so mehr.

Welche Besucher erwarten Sie im Islamischen Garten?

Spandau: Die Besucherzahlen im Erholungspark Marzahn haben sich bereits durch die vorhandenen "Gärten der Welt" spürbar gesteigert - seit 1995 haben sie sich vervierfacht.

Etwa ein Viertel der Besucher kommt inzwischen aus anderen Bundesländern oder sogar aus dem Ausland - auch so leistet der Garten einen Beitrag zur Begegnung verschiedener Menschen.

Wir erwarten den "Normalbürger", der über die Gärten der Welt angeregt werden soll, sich mit anderen Kulturen zu beschäftigen. In der jetzigen Zeit ist eine Auseinandersetzung gerade mit der islamischen Kultur notwendiger denn je.

Dieser Artikel erschien unter AllianzGroup.com News. Das Interview führte Julia Franke.

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