Allianz Umweltstiftung hilft, den Tropenwald zu schützen

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Die Waldgebiete der Tropen gehören zum wertvollsten Naturerbe der Menschheit - doch wir sind drauf und dran, die Schätze in Rekordzeit zu verprassen. Gemeinsam klären Allianz Umweltstiftung und die Tropenwaldstiftung OroVerde an deutschen Schulen darüber auf.

München, 21. Juni 2004

Allianz - tropenwald_cover

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren laut Welternährungs-Organisation der Vereinten Nationen etwa 30 Prozent der Erdoberfläche oder knapp 39 Millionen Quadratkilometer bewaldet, 19 Millionen davon in tropischen Regionen. Um 1950 war diese Fläche noch doppelt so groß.

Und auch die Zukunft sieht nicht gerade rosig aus: Pro Tag gehen rund 260 Quadratkilometer Tropenwald verloren – eine Fläche größer als Frankfurt am Main. Schreitet der Kahlschlag im jetzigen Tempo fort, gibt es in einigen Jahrzehnten zwischen nördlichem und südlichem Wendekreis weitgehend freie Sicht. Mit verheerenden Folgen.

Klimapumpe der Erde

Zwar bedecken die Tropenwälder nur etwa 14 Prozent der Landfläche der Erde, doch beherbergen sie drei Viertel der heute bekannten 1,85 Millionen Tier- und Pflanzenarten. Schätzungen gehen davon aus, dass sogar 20 Millionen Arten existieren, 90 Prozent davon in den Tropen. Von den meisten aber wird die Menschheit kaum je erfahren, denn sie könnten mit ihren Wäldern untergehen, noch ehe sie entdeckt worden sind.

Das müsste die Bewohner der gemäßigten Zonen nicht groß schrecken, wenn mit dem Einschlag am anderen Ende der Welt die Axt nicht auch an die wohltemperierte Atmosphäre in ihren Breiten gelegt würde – um mal im Bild zu bleiben. Die Tropen nämlich bestimmen maßgeblich die Luft- und Meeresströmungen auf der Erde und halten durch den Umsatz der Hälfte der weltweiten Niederschläge die Klimapumpe am Laufen. Ohne Wald aber droht das System aus den Fugen zu geraten.

Infomappe für Schulen

In Zusammenarbeit mit der Stiftung "OroVerde" (Grünes Gold) hat die Allianz Umweltstiftung daher das Thema Tropenwald in den Mittelpunkt ihrer dritten Informationsmappe gestellt.

Die 58seitige, bebilderte Broschüre mit Foliensatz - speziell für Schulen konzipiert - soll bei Jugendlichen das Problembewusstsein schärfen und ihnen für die Urteilsbildung neutrale Informationen liefern. "Da nämlich", sagt Peter Wilde von der Allianz Umweltstiftung, "besteht nach unserer Auffassung ein Defizit."

Die Tropenwaldstiftung OroVerde wurde 1989 ins Leben gerufen. Sie initiiert Schutzgebiete und finanziert Projekte, die waldschonende Wirtschaftsweisen fördern und die dabei die Bedürfnisse der örtlichen Bevölkerung berücksichtigen. Denn neben zahlreichen anderen Gründen ist es vor allem die Armut, die die Menschen zur Abholzung der Tropenwälder treibt.

Vielfältige Ursachen...

Die Ursachen für den Rückgang der Tropenwälder sind also vielfältig, wobei der Holzeinschlag für den Export nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft nur rund vier bis fünf Prozent ausmacht. Gut 80 Prozent der Wälder dagegen gehen durch Brandrodung verloren, um Siedlungsland und Agrarflächen zu schaffen.

Zum einen zwingt das Bevölkerungswachstum die Menschen in den Entwicklungsländern, ihre Anbauflächen auszudehnen, zum anderen – und da spielen die Industrienationen dann doch wieder eine bedeutende Rolle – steigt die globale Nachfrage nach Landwirtschaftsprodukten wie zum Beispiel Soja, das als eiweißreiches Futtermittel in der Viehzucht gefragt ist.

Der Boom im Sojaanbau geht vor allem auf Kosten der Tropenwälder. In Brasilien zum Beispiel gilt er inzwischen als größte Bedrohung für den Amazonas-Regenwald – mit rund 6,5 Millionen Quadratkilometern das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde.

... und dramatische Folgen der Waldzerstörung

Das Staatsdefizit vieler Entwicklungsländer trägt zur Verschärfung des Problems bei: Wo Schuldendienst und Wirtschaftsmisere drücken, gerät das ökologische Gewissen häufig zu einem unerschwinglichen Luxus. Die Zeche könnten am Ende alle zahlen – nicht nur die Tropenländer.

Schreitet der Klimawandel noch vergleichsweise langsam voran, so sind die Folgen der Waldzerstörung in vielen Tropenländern schon jetzt dramatisch. So sind viele Experten der Auffassung, dass die Entwaldung großer Gebiete in westafrikanischen Ländern wie Ghana, Nigeria und Elfenbeinküste für die wiederkehrenden Dürrekatastrophen im Innern des Kontinents mit verantwortlich sein könnten.

Wald wird auf den abgeholzten Flächen kaum mehr wachsen, denn oft wurde es versäumt, rechtzeitig wieder aufzuforsten und damit der ungeschützte Boden der Zerstörung durch Regen und Erosion überlassen.

Wege aus dem Dilemma

In der Broschüre "Tropenwald" stellen Allianz Umweltstiftung und OroVerde aber nicht nur die Gefahren heraus, die diesen Lebensraum bedrohen. Sie zeigen auch Wege aus dem Dilemma auf und geben Anregungen, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, damit die Naturschätze auch für nachfolgende Generationen bewahrt bleiben.

Jeder kann zum Beispiel fair gehandelte Lebensmittel kaufen oder bei Holzprodukten und Schnittblumen auf das richtige Siegel achten. Schulen können mit Partnerschulen in Tropenwaldländern zusammen arbeiten und so dort konkrete Projekte fördern.

"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern", wird in dem Heft ein afrikanisches Sprichwort zitiert. Bleibt zu hoffen, dass sich genügend kleine Leute finden. Ein paar große könnten freilich auch nicht schaden.

Dieser Artikel erschien im Mitarbeitermagazin "Allianz Journal" vom April 2004.