Allianz Umweltstiftung: Gärten der Hoffnung

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Allianz - IslamischerGarten_03

In Zeiten, da das Trennende der Religionen betont und im Fremden nur das Bedrohliche erkannt wird, bemüht sich ein Gymnasium in Osnabrück um den Brückenschlag. Die Allianz Umweltstiftung unterstützt das in Deutschland einmalige Projekt. 

München / Osnabrück, 18. Januar 2005

Das hatte sich Stiftungsvorstand Lutz Spandau gewünscht, darauf hatte er gehofft: Dass Initiativen, die dem Auseinanderdriften der Kulturen etwas entgegensetzen, so wie es die Allianz Umweltstiftung mit dem Islamischen Garten in Berlin versucht, auch von anderen ausgehen. "Und dann liegt plötzlich dieser Projektantrag auf dem Tisch."

Was Spandau so freut, klingt zunächst wenig spektakulär: Ein Osnabrücker Gymnasium plant, seine drei sanierungsbedürftigen Innenhöfe in blühende Landschaften zu verwandeln und braucht dafür das nötige Kleingeld. Das wäre kaum ein Grund gewesen, sich mit dem Antrag zu befassen. Was bei der Stiftung hat aufhorchen lassen, war das pädagogische Konzept, das mit der Umgestaltung verbunden ist.

Motto: "Gärten der Weltreligionen"

Unter dem Motto "Gärten der Weltreligionen" sollen im Gymnasium "In der Wüste" - der Name rührt vom Osnabrücker Stadtteil Wüste her - Orte des interkulturellen Dialogs entstehen. Ein Ansatz, der auch im Berliner Erholungspark Marzahn verfolgt wird, wo Gärten aus verschiedenen Kulturen in den bestehenden Landschaftspark integriert werden. Die Allianz Umweltstiftung unterstützt dort den Bau des islamischen Gartens.

In beiden Fällen gaben die Anschläge des 11. September 2001 den Anstoß, über Möglichkeiten nachzudenken, den abgerissenen Dialog zwischen dem Westen und der islamischen Welt neu zu beleben. Möglichkeiten, das Trennende zu überwinden und sich auf das Gemeinsame zu besinnen.

Und Gemeinsames gibt es quer über die Kulturen und Religionen hinweg. Als eines der universalen Elemente gilt zum Beispiel der Garten, ist er doch sowohl Christen wie Juden wie Moslems Symbol für das Paradies. "Fremde Rituale schrecken ab und fremde Sprachen schließen aus", sagt Spandau. "Ein Garten dagegen ist ein freier Ort, der sich jedem erschließt. Man muss nur bereit sein, sich auf diesen Dialog einzulassen."

Toleranz und Umweltbewusstein fördern

Im Gymnasium "In der Wüste" sollen in den Innenhöfen bis zum kommenden Frühjahr ein asiatischer, ein maurischer und ein Paradiesgarten geschaffen werden, die auch anderen Schulen und Gruppen offen stehen.

Darüber hinaus werden die Anlagen in Unterrichtsprojekte einbezogen und sowohl der Förderung religiöser und kultureller Toleranz als auch von sozialer und ökologischer Verantwortung dienen. Die Entwürfe für die Gestaltung der drei Gärten hatten Studenten der Fachhochschule Osnabrück geliefert.

Am 26. Januar unterzeichnet die Allianz Umweltstiftung offiziell den Fördervertrag für das Projekt: Mit 70.000 Euro beteiligt sie sich an den Kosten.

Anregungen aus Berlin-Marzahn

In Berlin-Marzahn haben sich die Gymnasiasten und Lehrer aus Niedersachsen inzwischen schon einmal ansehen können, wie ein solches Konzept in großem Stil umgesetzt wird. Dort sind der chinesische "Garten des wiedergewonnenen Mondes", der japanische "Garten des zusammenfließenden Wassers" und der balinesische "Garten der drei Harmonien" bereits fertiggestellt.

Der von dem Berliner Landschaftsarchitekten Kamel Louafi, einem gebürtigen Algerier, und dem Marokkaner Mohammed el Fai’z entworfene Garten in islamischer Tradition soll im Laufe des kommenden Jahres eröffnet werden.

Größtmögliche Authentizität

Auch in Osnabrück wird man dank der Unterstützung aus München dem islamischen Vorbild sehr nahe kommen.

Arbeiter aus Marokko, dem Land, in dem sich das typische Muster des geschlossenen islamischen Innenhofgartens bis heute unverfälscht erhalten hat, werden für größtmögliche Authentizität sorgen und einen umfriedeten Ort schaffen, an dem Mensch und Natur und Mensch und Mitmensch im Einklang miteinander existieren. Ein Garten der Hoffnung, wenn man so will.

Dieser Beitrag erschien im Allianz Journal 3/04, Autor: Frank Stern