Ein Konto für den Kuckuck.

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Unter dem Motto "Ein Konto für den Kuckuck" veranstaltete die Allianz Umweltstiftung gemeinsam mit der ZDF-Umweltredaktion und der Stiftung Europäisches Naturerbe am Dienstag, 22. Mai 2007, im Berliner Hauptstadtstudio des ZDF ein Symposium, das sich erstmals mit dem umstrittenen Thema der Finanzierung von Naturschutz durch Privatinvestoren beschäftigte.

München, 23. Mai 2007

Ökonomie und Ökologie

Der ökonomische Wert der Natur und der Ökosystemleistungen werde bisher nur ungenügend anerkannt. Das betonte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der im Anschluss an seine Pressekonferenz zum Start der bundesweiten Kampagne zur biologischen Vielfalt auf dem ZDF-Symposium sprach: "Daher müssen wir einer breiten Öffentlichkeit den Wert von Ökosystemleistungen verdeutlichen. Der Schutz der Natur sichert die Grundlagen unseres Lebens, unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Chance auf langfristigen Wohlstand."

Der Minister appellierte an das prominent besetzte Forum aus Politik, Wirtschaft und Naturschutzorganisationen, die deutsche Öffentlichkeit noch stärker für das Thema zu sensibilisieren. Allein in Europa seien 40 Prozent der Pflanzenarten durch Wirtschaftswachstum und Klimaveränderung bedroht. Deshalb sei ein Umdenken im klassischen Naturschutz dringend erforderlich.

Wildnis und Wissenserosion

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, forderte mehr Respekt vor dem "Recht der Wildnis"; Claus-Peter Hutter, Präsident von Euronatur, sprach sich für bessere Strategien gegen die "Wissenserosion" bei der Jugend aus. Es sei erschreckend, "dass Kinder heute mehr Handy-Klingeltöne erkennen als Vogelstimmen und Erwachsene mehr Automarken als Wildkräuter".

Schutz und Nutzung

Die Forderung nach Naturschutz durch nachhaltige Nutzung wurde dann ein Schwerpunkt der Veranstaltung.

Einen regelrechten "Businessplan" für den Naturschutz gäbe es zwar noch nicht, doch man müsse durchaus ein professionelles ökonomisches Herangehen in Betracht ziehen, so Holger Wesemüller von Europarc Deutschland. Immerhin sei bereits erfolgreich eine Dachmarke "Nationale Naturlandschaften" etabliert worden. "Ein Investment in die Natur ist ein Investment in die Zukunft", betont er und weist darauf hin, dass in anderen Ländern ein Eintrittsgeld in Naturparks genauso selbstverständlich sei wie in Deutschland der Eintritt in den Zoo oder Freizeitpark.

Private Initiativen und Edutainment

Ulf Doerner von der Wilderness Foundation stellt am Beispiel Südafrikas vor, wie privatwirtschaftliche Initiativen in Schutzgebieten helfen, nachhaltige Entwicklung ökologisch, ökonomisch und sozial gerecht zu gestalten.

Einen Schritt weiter ging Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) und Direktor des Erlebnis-Zoos Hannover. Er propagiert das Erfolgsrezept "Edutainment", das dem Besucher in der Natur Erlebnisse verschafft, Emotionen und zugleich Neugierde weckt und die Augen für Zusammenhänge in der Natur öffnet.

Leere Staatskassen und neue Ansätze

Die Veranstaltung versuchte somit, nicht nur "mutige" Konzepte für die zukünftige Finanzierung des Naturschutzes in Zeiten leerer Staatskassen zu entwickeln, sondern sie wies deutlich darauf hin, wie wichtig es ist, Kindern wie Erwachsenen neue Ansätze für die Erlebniswelt "Natur" zu bieten.

Durch das Programm führte Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion. Die Veranstaltung wurde live auf Phoenix übertragen.

Quelle: ZDF