Freie Bahn für die Rhönforelle in der Brend

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Für Ludwig Schmid von der Hegefischereigenossenschaft war es ein Jahrhundertereignis, für die Rhönforellen, die zur Feier des Tages in die Brend gesetzt wurden, eher Stress: Im Zuge des Projekts "Neue Wege für die Rhönforelle", das am Mittwoch mit einem Festakt abgeschlossen wurde, ist die Brend nun wieder bis zum Oberlauf für Fische durchlässig - auch wenn sich die ausgesetzten Forellen lieber flussabwärts davonmachten.

München, 21. Mai 2007

Neue Wege für die Rhönforelle

Fischarten wie Bachforelle und Äsche benötigen neben sauberem, sauerstoffreichem Wasser auch entsprechende Laichmöglichkeiten im Oberlauf der Bäche. Dazu wandern sie, ähnlich wie Lachse, im Winterhalbjahr bachaufwärts. Oftmals ist ihnen dieser Weg allerdings versperrt: Eine Vielzahl von Wehren oder anderen Bauwerken verhindert den Aufstieg in die oberen Bachregionen, die natürliche Vermehrung der Fische ist deshalb kaum möglich.

Mit dem Pilotprojekt "Neue Wege für die Rhönforelle" sollte nun beispielhaft gezeigt werden, wie wie man solche Hindernisse beseitigen kann. Nach dem Umbau, der Beseitigung oder Umgehung von fünf Wehranlagen heißt es nun: "Freie Bahn für die Rhönforelle" und für andere Bachbewohner.

Die 30 Kilometer lange Brend ist jetzt auf mehr als 20 Kilometern - bis hinter Schönau - durchlässig. Hier und in den Nebengewässern finden die Fische nach Expertenmeinung genug Raum und gute Bedingungen zum Laichen.

Mit dem Start einer Forellen-Ralley fand das Projekt an der Kreuzmühle bei Querbachshof seinen offiziellen Abschluss.

Rhöner und Rhönforelle

Nachdem Bad Neustadts Bürgermeister Bruno Altrichter bei seiner Begrüßung die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von Rhön im Fluss, die das Projekt maßgeblich betreut haben, gewürdigt hatte, stellte Landrat Thomas Habermann fest, dass sich die Rhöner mit der Rhönforelle identifizieren. das sei Ausdruck dafür, wie wichtig den Rhönerneine intakte Natur sei.

Die Längsdurchlässigkeit an der Brend herzustellen, sei ein großes Gemeinschaftswerk gewesen. Einmal mehr habe sich die Herangehensweise in der Rhön, zuerst die Bevölkerung für ein Umweltprojekt zu gewinnen, beispielhaft bewährt. Man sei gerne bereit, an weiteren Projekten - Habermann nannte als Beispiel die Els - mitzuarbeiten.

Stiftung und Rhönforelle

Dr. Lutz Spandau von der Allianz Umweltstiftung, die immerhin 95.000 Euro zu dem 165.000 Euro teueren Projekt beigesteuert hat, nannte als einen der wesentlichen Gründe, warum die Stiftung unter Hunderten von Projektanträgen die Rhön ausgewählt hat, den breiten Konsens in der Bevölkerung bei den betroffenen Gemeinden, den Anglern und den Behörden, der nicht zuletzt Dank der Arbeit von Rhön im Fluss in der Rhön vorhanden sei.

Die Stiftung werde der Brend verbunden bleiben, kündigte Spandau an. Gemeinsam mit der Bad Neustädter Allianz Agentur Thomas Schmitt soll eine Bachpatenschaft der Realschule Bad Neustadt unterstützt werden, bei der sich Schüler im Unterricht und in der Freizeit für das Flüsschen engagieren.

Rhön im Fluss und Rhönforelle

Dr. Jedicke, Leiter des Projekts Rhön im Fluss der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, stellt die Bedeutung des Vorhabens für Bachforellen, Äschen und andere Fischarten in der Brend vor. Ausgewählte Fischarten würden als Zielarten die Qualität des gesamten Lebensraums belegen. Von der Längsdurchlässigkeit der Brend profitiere letzlich der ganze Lebensraum.

Jedicke ging auch auf den klassischen Interessenskonflikt im Naturschutz ein, der mit diesem Projekt verbunden war. Auf der einen Seite sollten Wanderwege für die Fische geschaffen werden, andererseits fordern Naturschützer regenerative Energien wie Wasserkraft. Dafür aber seien Wehre Voraussetzung. An der Brend sei dieser Widerspruch nicht über den Verordnungsweg, sondern im Konsens mit den Mühlenbesitzern gelöst worden, lobte Jedicke deren Kooperationsbereitschaft.

Auch der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen, Dr. Paul Kruck, würdigte die gute Zusammenarbeit der Kommunen und Behörden im Rahmen der Brendallianz. Mit dem Projekt sei man einen guten Schritt auf dem Weg zu einem "guten ökologischen Zustand", wie ihn die europäische Wasser-Richtlinie für Gewässer fordere, weitergekommen. Ebenso wie Kruck erklärte auch Jürgen Kirchner, Kurator der Kurt Lnge Stiftung, die das Projekt mit 20.000 Euro bezuschusste, die mögliche Bereitschaft, sich an weiteren derartigen Projekten zu beteiligen.

Quelle: Main Post, Thomas Pfeuffer