Wildkatzen-Projekt in der Rhön gestartet.

Mehr Informationen

Allianz Umweltstiftung

Pariser Platz 6, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 20 67 15 95 – 50

Telefax: 030 / 20 67 15 95 – 60

info@allianz-umweltstiftung.de

Hier können Sie eine Nachricht verfassen

Hier können Sie weiteres Informationsmaterial bestellen.

Besuchen Sie auch die Seite der
Kulturstiftung

  • Kontakt
  • Bestellen
  • Kulturstiftung
Allianz - wildkatze1

Sanfte Hügel, liebliche Täler, Wälder, Wiesen, Moore – die Rhön ist eine einzigartige Kulturlandschaft in der sich nicht nur der Mensch wohlfühlt. Auch der Wildkatze bietet das Mittelgebirge fast ideale Lebensbedingungen. Gestern fiel dort der offizielle Startschuss für ein von der Allianz Umweltstiftung unterstütztes Wildkatzen-Projekt.

München, 5. Juni 2008

Denkwürdiger Ort

s war ein im wahrsten Sinn des Wortes denkwürdiger Ort, an dem gestern das Wildkatzen-Projekt in der Rhön offiziell gestartet wurde: die Mahn-, Gedenk- und Gedächtnisstätte "Point Alpha" auf dem ehemaligen Todesstreifen. Und an dessen Vergangenheit erinnerte Berthold Dücker, Vorsitzender des Fördervereins Point Alpha e.V., bei seiner Begrüßung in eindrucksvollen Worten.

Zwei Militärbündnisse seien sich hier Auge in Auge gegenüber gestanden, getrennt nur von der schwer bewachten, menschenverachtenden innerdeutschen Grenze. Um so mehr freue er sich, dass der ehemalige Todesstreifen inzwischen zu einer Lebenslinie geworden sei, den zukünftig hoffentlich auch die Wildkatze bei Ihren Streifzügen durch die Rhön nutzen werde.

Gruppenbild mit Wildkatze (v.l.n.r.): Matthias Metzger (RhönNatur e.V), Peter Wilde (Allianz Umweltstiftung), Wolfgang Fremuth (Zoologische Gesellschaft Frankfurt), Martin Kremer und Otto Evers (Biosphärenreservat Rhön /Hessen), Prof. Dr. Eckhard Jedicke (RhönNatur e.V.)

Allianz - news_start_wildkatze

Zentrale Rolle

"Die Rhön spielt aufgrund ihrer geografischen Lage im Herzen Deutschlands entlang des Grünen Bandes eine zentrale Rolle in einem bundesweiten Verbund von Wildkatzenlebensräumen", betonte anschließend Wolfgang Fremuth, Referatsleiter Europa der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Untersuchungen, die die ZGF initiiert hatte, zeigten diese Bedeutung der Rhön als Dreh- und Angelpunkt in einem bundesweiten Biotopverbundsystem deutlich, so Fremuth.

In einem vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) konzipierten bundesweiten Rettungsnetz für die Wildkatze, ein bundesweiter Aktionsplan der alle für die Ausbreitung der Wildkatze wichtigen Gebiete aufzeigt, spiele die Rhön ebenfalls eine bedeutende Rolle. Das Wildkatzenprojekt in der Rhön, quasi eine "Masche" des Rettungsnetzes, werde deshalb auch in enger Abstimmung mit den BUND Landesverbänden in Bayern (BN), Hessen und Thüringen durchgeführt.

Naturschutz nicht gegen den Menschen

Auch die Allianz Umweltstiftung in München ist von den Projektzielen überzeugt: "Die natürliche Ausbreitung einer bedrohten Tierart zu unterstützen, entspricht genau unserer Auffassung von Artenschutz", sagte Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung aus München. Und da bei dem Wildkatzenprojekt Naturschutz nicht gegen, sondern mit den Menschen praktiziert werde, habe sich die Stiftung frühzeitig und gerne bereit erklärt, das Projekt über drei Jahre finanziell und inhaltlich zu unterstützen.

Scheue Waldbewohner

Wildkatzen sind scheue Waldbewohner, von denen man glaubte, sie seien in Deutschland nahezu ausgestorben. Durch verfeinerte Untersuchungsmethoden gelang es aber vor kurzem, die Wildkatze im Biosphärenreservat Rhön nachzuweisen. Der Verein RhönNatur e.V. entwickelte daraufhin das Projekt "Die Wildkatze in der Rhön: auf leisen Pfoten in eine sichere Zukunft", mit dem der scheuen Waldbewohnerin nun die natürliche Ausbreitung in der Rhön ermöglicht werden soll.

"Verbreitung und Populationsgröße abschätzen"

"Im Rahmen des Projektes sollen zunächst die aktuelle Verbreitung der Wildkatze und ihre Populationsgröße abgeschätzt werden", erläuterte Matthias Metzger, Geschäftsführer von RhönNatur e.V., der das Projekt koordiniert. Parallel würden Entwicklungstrends der Wildkatzenpopulationen sowie die wichtigsten Gefahrenquellen wie beispielsweise Verkehrstrassen ermittelt, um daraus Schutzmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen.

Wildkatze als Zielart

Prof. Dr. Eckhard Jedicke, stellvertretender Vorsitzender von RhönNatur e.V., verwies auf die besondere Bedeutung der Wildkatze als Zielart für das Ökosystem Wald: "Biotopschutzmaßnahmen für die Wildkatze kommen dem Lebensraum Wald insgesamt und damit auch anderen Säugetieren, Vögeln und Insekten und nicht zuletzt uns Menschen zugute".

Zur Abstimmung der Maßnahmen ist die Einrichtung eines länderübergreifenden Beirates vorgesehen, an dem neben Vertretern von Fachbehörden der drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen auch die Naturschutz- und Jagdverbände vertreten sein werden. Die Öffentlichkeit soll durch Vorträge, Führungen, eine Wanderausstellung und eine Internetseite über das Projekt informiert werden.