Solarflitzer im Test

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Eigentlich wollte die ehemalige 8. Klasse der Aventinus Mittelschule aus Abensberg (Bayern) nur ein typisch bayerisches "Seifenkistel" mit Solarantrieb bauen. Entstanden ist dann aber ein knallrotes Solar-Elektromobil, mit dem die Schüler 1000 Euro beim Wettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung gewannen. Mitarbeiter der Stiftung besuchten die Schule um zu gratulieren – und zu einer Probefahrt mit dem Solarflitzer.

München/Abensberg, 31. Januar 2011

Ausgezeichnete Bastler: Die Schüler der ehemaligen 8. Klasse mit Gratulanten (Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, 3.v.r., Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau, 1.v.l., Projektmanager Peter Wilde, 5.v.r.) und zwei Schülervätern (1. u. 2.v.r.). (Foto: Ferdinand Lanz)

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"Ausgezeichneter" Solarflitzer: das Ellektromobil im Schulhof der Aventinus Mittelschule Abensberg

Unter den Top 20

Mit ihrem Projekt "drive clean 2010", dem Bau eines Elektromobils mit Solarantrieb, hatte es die ehemalige 8. Klasse der Aventinus Mittelschule aus Abensberg (Bayern) bis unter die letzten 20 aus über 100 Wettbewerbsbeiträgen geschafft. Dann war allerdings Endstation. Die fünf mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreise gingen an Schulen aus Berlin, Bielefeld, Kiel, Syke (Niedersachsen) und Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt). Als Teilnehmer der Endrunde erhält die Schule aber immerhin einen Anerkennungspreis von 1000 Euro.

"Macht weiter so, dann seid ihr beim nächsten Mal bestimmt unter den großen Preisträgern." Mit diesen Worten gratulierte Abensbergs Bürgermeister Dr. Uwe Brandl den jungen Bastlern bei einem kleinen Empfang im Schulgebäude.

Hauchdünner Abstand

"Der Abstand zu den fünf Hauptpreisen war hauchdünn," hatte zuvor Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung und Mitglied der Wettbewerbsjury, erläutert. Er lobte das Abensberger Projekt besonders für die Zusammenarbeit der Schule mit Industrie- und Handwerksbetrieben aus der Region sowie das große Engagement einiger Eltern. "Mit dem Anerkennungspreis wollen wir beispielhaftes Klimaschutz-Engagement belohnen und die Beteiligten zur Fortsetzung ihrer Aktivitäten anregen," so Spandau.

Und dass die Klimaschutz-Aktivitäten der Schule fortgesetzt werden, daran ließ Schulleiter Wolfgang Brey keinen Zweifel. "Beim nächsten mal sind wir wieder dabei," so der umtriebige Schulleiter.

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Von Grund auf saniert: das Fahrzeug vor der Neulackierung.

Von der Rostlaube zum Solarflitzer

Treibende Kraft hinter dem Schülerprojekt ist Werklehrer Dieter Wittmann. "Eigentlich wollten wir ein typisch bayerisches Solar-Seifenkistel bauen," so Wittmann. Doch bald stellte sich heraus, dass die Marke "Eigenbau" für einen Solarantrieb nicht geeignet war. Deshalb machte er sich auf die Suche nach Alternativen und wurde schließlich fündig: Er erstand eine schrottreife "Ape Piaggio", Baujahr 1978, ein kleiner dreirädriger Lieferwagen, der vor allem in Italien weit verbreitet ist.

In mühevoller Kleinarbeit und zahlreichen Abend-, Feiertags- und Wochenendschichten wurde das Fahrzeug von den Schülern dann zunächst vollständig demontiert und entkernt. Danach erfolgten Neulackierung und der Einbau eines Elektromotors, die Erneuerung der Sitzbezüge und der Fahrzeugelektrik sowie schließlich die Montage der Solarzellen auf der Ladefläche. Das Ergebnis: Ein knallrotes Elektromobil, mit dem man über fünf Stunden lang CO2-neutral und fast geräuschlos fahren kann.

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Stolze Bastler: Schüler der ehemaligen 8. Klasse mit ihrem Solarflitzer.

Teamwork

Tatkräftige Unterstützung erhielten die Schüler von außerhalb der Schule: Eltern halfen bei den handwerklichen Arbeiten, ein Schülervater fertigte Beleuchtung, Blinker sowie Tacho in neuester LED-Technologie und Firmen aus der Region steuerten unterschiedlichste Bauteile bei – wie zum Beispiel die Solarzellen, die den Strom zum Antrieb des Elektrofahrzeugs erzeugen.

Auch die Stadt Abensberg unterstützte die Hobbybastler: Nach Bekanntwerden des Projektes stellte der Bürgermeister den Schülern eine Werkstatt im städtischen Bauhof zur Verfügung, mit freier Nutzung der Werkzeuge und, besonders wichtig, einer Hebebühne! Ein vorbildliches Teamwork, das nun beim Wettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2011 mit einem Anerkennungspreis von 1000 Euro belohnt wurde.

Testfahrt

Dass das Solarmobil nicht nur für Schüler, sondern auch für große Erwachsene geeignet ist, belegte Peter Wilde, Projektleiter der Allianz Umweltstiftung. Mit seinen 1,93 Metern Körpergröße hatte er im Cockpit des Solarmobils Platz genommen, im Schulhof eine Testfahrt absolviert und zeigte sich anschließen begeistert: "Ein tolles Elektromobil, ein tolles Projekt. Die Schüler hier in Abensberg haben gezeigt, dass Klimaschutz auch Spaß machen kann. Wir gratulieren der Aventinus Mittelschule und hoffen, dass ihr vorbildliches Projekt auch andere Schulen zu Aktivitäten im Klimaschutz motiviert."

Letzte Instruktionen vor der Testfahrt: Projektmanager Peter Wilde lässt sich das "Cockpit" des Solarflitzers erklären. (Foto: Ferdinand Lanz)

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