Von Wildkatzen und Wanderratten

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Seit drei Jahren unterstützt die Allianz Umweltstiftung ein Projekt zum Schutz der Wildkatze in der Rhön. Zusätzliche Hilfe für die seltene Tierart kam nun von den "Wanderratten", der Jugendgruppe des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön. Am Wochenende bauten sie mehrere so genannte "Geheckplätze" – große Haufen aus Ästen, Laub und Reisig, die Wildkatzen als Verstecke und zur Aufzucht ihrer Jungen dienen sollen.

Oberelsbach/München, 16. November 2011

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Wanderratten im Einsatz

Es war ein ungewohnter Anblick in dem idyllischen Bachtal "Waldwiesen" bei Oberelsbach in der Rhön. Wo sonst Vögel zwitschern und Rehe grasen, dröhnten am vergangenen Wochenende Motorsägen. Zahlreiche Jugendliche schleppten Äste und türmten sie zu großen Reisighaufen, die anschließend mit Herbstlaub "getarnt" wurden. Im Einsatz waren die "Wanderratten", die Jugendgruppe des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V.

Die naturbegeisterten Jugendlichen und ihre Betreuer treffen sich an fünf bis sechs Wochenenden im Jahr zu "Arbeitseinsätzen", um die Natur in ihrer Heimat Rhön besser kennen zu lernen. Thema dieses Wochenendes war die Wildkatze. Im Gebiet der Waldwiesen am Gangolfsberg sollten mehrere so genannte "Geheckplätze" angelegt werden. Darunter versteht man Unterschlupfmöglichkeiten aus Ästen, Wurzeln und Laub, in denen sich die Wildkatzen verstecken und ihre Jungen aufziehen können.

Gemeinsam im Einsatz für die Wildkatze: Die "Wanderratten" mit ihren Betreuern.

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Wildkatzen-Projekt

Die Wochenend-Aktion der Wanderratten ist Teil des Projektes "Die Wildkatze in der Rhön – auf leisen Sohlen in eine sicher Zukunft". Mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt versucht der Verein RhönNatur e. V. dabei durch unterschiedlichste Maßnahmen, die Lebensbedingungen für die Wildkatze im Biosphärenreservat Rhön zu verbessern.

Zu Beginn des Projektes wurde die Verbreitung der Wildkatzen erfasst und anschließend untersucht, wo durch punktuelle Maßnahmen der Lebensraum der scheuen Katzen verbessert werden kann. Parallel dazu werden Waldbesitzer und Förster darüber aufgeklärt, wie sie den Wildkatzen mit einfachen Maßnahmen Gutes tun können. Eine Möglichkeit ist, Äste und Reisighaufen im Wald liegen zu lassen. Noch besser ist die gezielte Anlage von Geheckplätzen – wie bei der Aktion der Wanderratten in den Mühlwiesen.

Gut getarnt: Im letzten "Arbeitsgang" wurden die Geheckplätze mit Herbstlaub abgedeckt.

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Tolle Hilfsaktion

Bei der Errichtung der Geheckplätze waren die Jugendlichen ziemlich fleißig: Insgesamt zehn der überdimensionalen Reisighaufen sind an den beiden Aktionstagen entstanden. Ulrike Schade, Geschäftsführerin von RhönNatur e. V., zeigte sich vom Einsatz der Jugendlichen sehr angetan. "Es war beeindruckend, mit welcher Begeisterung die Jugendlichen bei der Sache waren", so Ulrike Schade. Auch Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung, freute sich über die Wanderratten-Hilfe für die Wildkatzen: "Eine tolle Aktion. Nun sind wir alle sehr neugierig, ob die Wildkatzen die neuen Unterschlupfmöglichkeiten annehmen."

Dies soll mit einer Fotofalle und der so genannten "Lockstock-Methode" überprüft werden. Dabei dienen aufgerauhte Holzstöcke, die getrockneten Baldrian enthalten, als Lockmittel - denn Wildkatzen lieben den Duft von Baldrian. Und wenn die Tiere um die Stöcke streifen, bleiben dort meist ein paar Haare hängen, die dann zur genauen Bestimmung dienen und sogar genetisch untersucht werden können. Die Jugendliche hatten dazu zahlreiche Lockstöcke gefertigt, die sie zum Abschluss des Arbeitswochenendes rund um die Geheckplätze verteilten. Wetten, welcher Stock den ersten "Wildkatzen-Treffer" bringt, wurden bereits abgeschlossen.

Sollen die Wildkatzen zu den Geheckplätzen locken: Die von den Jugendlichen gebauten (und namentlich gekennzeichneten) Lockstöcke sind mit Baldrian bestückt, dem Lieblingsduft der Wildkatzen.

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Fotos: Allianz Umweltstiftung/Wilde, Wolfgang Fremut (Wildkatze).