Wiedervereinigung in 3D

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Seit mehreren Jahren engagiert sich die Allianz Umweltstiftung für die Wiedervereinigung des Englischen Gartens in München: Eine stark befahrene vierspurige Straße soll in einem Tunnel verschwinden und die weltberühmte Gartenanlage darüber wieder in einem Stück zu genießen sein. In einem Modell können sich die Besucher schon jetzt ein Bild von dem wiedervereinten Park machen. Letzte Woche wurde das Modell der Öffentlichkeit vorgestellt – im Beisein von Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, in dessen Amtszeit die Straße gebaut wurde.

Berlin/München, 30. Juli 2015

Wiedervereinigung nicht Wiedergutmachung

„München wäre nicht München, wenn es diesen großartigen Park nicht gäbe,“ sagte der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel letzte Woche bei der Eröffnung eines Info-Pavillons im Englischen Garten. Im Inneren des Holzpavillons können Besucher an einem Modell erkunden, wie der denkmalgeschützte Park aussehen würde, wenn der ihn trennende vierspurige Isarring in einen Tunnel verlegt und die weltberühmte Gartenanlage darüber wiedervereinigt wird.

Vogel betonte, sein Engagement für das Projekt resultiere „nicht aus schlechtem Gewissen und als Wiedergutmachung“. Zwar sei der Isarring während seiner Amtszeit als Münchner Oberbürgermeister geplant und gebaut worden, „einen Tunnel zu bauen, war damals aber außerhalb jeder Vorstellung“, so der Alt-OB. Vielmehr gehe es ihm jetzt um die Wiedervereinigung des Englischen Gartens - und deshalb sei er für den Bau des Tunnels.

Info-Pavillon und 3D-Modell

Der Pavillon befindet sich nur wenige Schritte entfernt vom Isarring, der in den 1960-er Jahren durch den im 18. Jahrhundert von dem berühmten Gartengestalter Friedrich Ludwig Sckell entworfenen Landschaftspark gebaut wurde. Seitdem halten sich die meisten Besucher im südlichen, zentrumsnahen Parkteil auf, während der nördliche Teil vor allem den auswärtigen Besuchern weitgehend unbekannt ist.

Das Modell zeigt anschaulich, wie der Englische Garten über dem Tunnel wiedervereinigt wird. Bäche, die momentan verrohrt unter der Erde verlaufen, schlängeln sich wie früher an der Oberfläche und angelehnt an die historische Parkplanung verbindet eine weitläufige Wiesenlandschaft die bisher getrennten Parkteile. An den Isarring erinnern nur noch die beiden Tunneleinfahrten.

Mit Hilfe lichttechnischer Effekte können die Besucher einzelne Bereiche des Modells gezielt hervorheben und zusätzliche Informationen zum Projekt und zum Englischen Garten erhalten. Zusätzlich zieren Zitate Friedrich Ludwig Sckells das Modell und vermitteln einen Eindruck von der Planungsphilosophie des Gartengestalters.

Engagement für die „Wiedervereinigung“

Die Allianz Umweltstiftung engagiert sich seit mehreren Jahren für die Wiedervereinigung des Englischen Gartens. Zunächst finanzierte sie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie sowie eine Ausstellung über die Ergebnisse der Studie. Für die Wiederherstellung des Englischen Gartens nach dem Tunnelbau hat die Stiftung bereits jetzt eine Million Euro zugesagt und finanziert im Rahmen ihrer Stadtbaumkampagne zusätzlich die Pflanzung von 125 Großbäumen im Wert von 125.000 Euro.

Die Allianz Umweltstiftung finanzierte gemeinsam mit dem Münchner Architekturbüro Nickl und Partner den Bau des Pavillons und übernimmt einen Teil der Kosten für das Modell. Weitere Mittel kommen von der Bayerischen Schlösserverwaltung, die für die Erhaltung und Pflege des Englischen Gartens zuständig ist.

Pavillon-Besuch

Der Info-Pavillon befindet sich im Englischen Garten zwischen Seehaus und der Brücke über den Isarring und ist täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.