Forschung über geschädigte Eichen

Ein winziger Pilz als Krankheitsauslöser bei mächtigen Eichen? Was zunächst nur eine Hypothese war, konnte im Rahmen eines Forschungsprojektes bestätigt werden.

Eichenfeinde

Frostspanner, Eichenwickler, Prozessionsspinner, Eichenbock, Kernholzkäfer und Mehltaupilz: Natürliche Schädlinge hat die Eiche, die 40 Meter Höhe und ein Alter von über 700 Jahren erreichen kann, mehr als genug. Eine ausgewachsene, gesunde Eiche besitzt über eine Million Blätter, die jedes Jahr rund 4.500 Kilogramm Sauerstoff produzieren. Seit geraumer Zeit jedoch zeigt die von den Germanen als Kultobjekt verehrte Baumart deutliche Zeichen von Schwäche. Mit einer Quote von 45 Prozent ist die Eiche hierzulande - gleich nach der Tanne - von Umweltschäden am stärksten betroffen.

Eichenfreunde

Ein Forschungsprojekt an der Münchner Ludwig- Maximilians-Universität, das die Allianz Umweltstiftung von 1995 bis 1997 unterstützte, sollte helfen, die Ursachen aufzuspüren. Für die Baumschäden können laut einer Hypothese des Lehrstuhls für Forstbotanik aggressive Phytophtora-Pilze verantwortlich sein. Diese "Pflanzenzerstörer" breiten sich auf Grund einer Schwächung des Immunsystems durch Luftschadstoffe und pestizidbelastete Böden im Wurzelwerk der Eichen aus und setzen es so außer Funktion: Die Rinde stirbt ab, die Blätter welken und vergilben.

Eichenpilz

Die Wissenschaftler untersuchten kranke Eichen und stellten tatsächlich erhebliche Störungen der "Mykorrhiza" fest. So bezeichnet man die Symbiose zwischen Eichenwurzeln und Bodenpilzen, die für die Ernährung, Wasserversorgung und das Immunsystem lebensnotwendig ist. Bei weiteren Untersuchungen konnte schließlich die eigentliche Ursache der Mykorrhiza-Störung gefunden werden: Ein bisher unentdeckter, auf Eichen spezialisierter Phytophtora-Pilz. Die Hypothese der Forscher war also richtig.

Projektpartner

Lehrstuhl für Forstbotanik der TU München-Weihenstephan, Freising

Status

Abgeschlossen.