Der Fischotter - ein bedrohter Vagabund

Noch vor hundert Jahren war er in nahezu allen Gewässern in Europa zu finden. Heute ist der Fischotter in unseren Breiten vom Aussterben bedroht. Ein länderübergreifendes Projekt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ermöglicht dem schlanken Jäger jetzt die Wanderung von Ost nach West. 

Ausgangslage

Bis nach Sibirien war der bis zu 1,40 Meter große und bis zu 14 Kilogramm schwere Fischotter verbreitet. In Westeuropa ist er heute vom Aussterben bedroht. Nicht nur die Jagd auf das pelzige Tier, sondern vor allem die Zerschneidung von Lebensräumen, Entwässerung von Feuchtgebieten, Flussbegradigungen und Einbetonierung von Uferzonen brachten den verspielten Wassermarder auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten.

Projekt

Die Allianz Umweltstiftung unterstützte das länderübergreifende Projekt "Lebendiges Gewässer Alte Elde - Ein Lebensraum wird wiedergewonnen", durch das die Lebensräume des Otters in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein vernetzt werden sollen. Dabei wurde der etwa 20 Kilometer lange Abschnitt der Alten Elde zwischen ihrem Abzweig von der Müritz-Elde Wasserstraße und der Mündung in die Löcknitz naturnah ausgebaut. Dies soll der im Elde-Einzugsgebiet vorhandenen Fischotterpopulation eine Ausbreitung zur Elbe und weiter nach Niedersachsen ermöglichen.

Bauliche Maßnahmen des Projektes

  • Öffnung von 13 verfüllten Altarmen auf insgesamt 4 Kilometern Länge
  • Schaffung von 30 Stillgewässern mit insgesamt 3 Hektar Fläche
  • Anbindung des Elde-Gewässersystems an die Müritz-Elde-Wasserstraße durch Bau einer Fischtreppe
  • Bau von Fischtreppen als Umgehungsgerinne an sieben Wehren
  • Sanierung oder Anpassung der sieben Wehre für den Hochwasserfall
  • Uferrenaturierung auf zirka 1,2 Kilometern Länge
  • Uferbepflanzung auf einer Länge von mehreren Kilometern.

Die baulichen Maßnahmen werden durch eine wissenschaftliche Untersuchung begleitet, die auch der Erfolgskontrolle dient.

Weitere Ziele des Projektes

  • Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit
  • Erhöhung der Artenvielfalt
  • Aufwertung des Landschaftsbildes
  • Verbesserung des Wasserhaushalts in der Landschaft
  • Biotopverbund zwischen international bedeutsamen Schutzgebieten.

Projektpartner

  • Wasser- und Bodenverband "Untere Elde", Ludwigslust
  • Wasser- und Bodenverband "Prignitz", Perleberg
  • Landkreis Ludwigslust
  • ARSU GmbH, Oldenburg.

Ort

Alte Elde zwischen Müritz-Elde Wasserstraße und Mündung in die Löcknitz.

Status

Abgeschlossen.