Schutz des Wanderfalken in Bayern

Mit über 300 km/h hält der Wanderfalke den Geschwindigkeitsrekord im Tierreich. Vor 30 Jahren fast ausgestorben, haben sich die Bestände in Deutschland inzwischen wieder gut erholt. Mit Nisthilfen an Funktürmen werden nun die beiden größten bayerischen Populationen miteinander vernetzt. Mit Erfolg, denn 2009 waren bereits mehrere Nisthilfen mit Wanderfalken-Paaren besetzt, aus denen insgesamt sechs Jungvögel ausflogen. 

Im Sturzflug

Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt: Mit über 300 km/h erreicht er im Sturzflug Formel 1-Geschwindigkeit. Bei diesen rasanten Flügen aus teilweise mehreren Kilometern Höhe erbeutet der etwa krähengroße Falke hauptsächlich Tauben, Drosseln und Stare.

Im Aufwind

In Deutschland hatten Umweltgifte vor etwa 30 Jahren fast zum Aussterben des rasanten Vogeljägers geführt. Nach deren Verbot haben sich die Wanderfalkenbestände inzwischen wieder erholt. In Bayern breitete sich der Vogel seitdem ausgehend von den ehemaligen Restvorkommen im Alpenraum und Frankenjura wieder aus.

In der Felswand

Als Felsenbrüter baut der Wanderfalke seine Horste in freier Natur bevorzugt in steile Felswände. Inzwischen hat er auch die Städte erobert und nistet dort in hohen Bauwerken wie etwa Kirchentürmen oder – wenn dort Nistkästen als Ersatzfelsen angeboten werden – Schornsteinen und Funktürmen.

Am Funkturm

Um die beiden wichtigsten bayerischen Populationen in den Alpen und dem Frankenjura miteinander zu vernetzen und damit den genetischen Austausch zu fördern, wurden in den vergangenen Jahren zwischen München und dem Raum Ingolstadt bereits zahlreiche Nisthilfen als "Trittsteine" installiert.

Mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung wurde in den Jahren 2007 und 2008 auch die etwa 75 Kilometer große "Wanderfalken-Lücke" zwischen München und den Alpen überbrückt. Da auf dieser Strecke hohe Gebäude fehlen, wurden an sieben besonders geeigneten Funktürme spezielle Wanderfalken-Nisthilfen angebracht. Mit Erfolg, denn 2009 waren bereits drei Nisthilfen mit Wanderfalken-Paaren besetzt, aus denen insgesamt sechs Jungvögel ausflogen.

Projektpartner

Arbeitsgruppe Wanderfalke in Bayern.

Ort

Region Oberbayern.

Status

Abgeschlossen.

 

Fotos: Stefan Kramer