Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden; Gewinner 2013: Pfaffenhofen an der Ilm

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Bürgerbeteiligung wird in Pfaffenhofen an der Ilm groß geschrieben. Ob Landesgartenschau oder Klimaschutzkonzept - in viele wichtige Entscheidungen der Stadt sind die Bürger durch Diskussionen, Workshops und Konferenzen eingebunden. Und nicht nur Erwachsene: Im Jugendparlament können sich die 14- bis 22-Jährigen aktiv in die Stadtpolitik einbringen. Die neueste Aufgabe des Jugendparlamentes: Es entscheidet über die Verwendung des Preisgeldes, das Pfaffenhofen als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt von der Allianz Umweltstiftung gewonnen hat.

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Herausforderung Wachstum

Die im Städtedreieck Ingolstadt - Augsburg - München gelegene Kleinstadt Pfaffenhofen an der Ilm zählt etwa 24.000 Einwohner, mit steigender Tendenz. Den vielfältigen Herausforderungen dieses Bevölkerungswachstums begegnet die Stadt mit einem breit angelegten Maßnahmenspektrum zur nachhaltigen Stadtentwicklung. In Sachen Klimaschutz hat Pfaffenhofen mit seinem innovativen Biomasse-Heizkraftwerk bereits 2001 als erste deutsche Kommune das Klimaschutzziel aus dem Kyoto-Protokoll erreicht. 2013 beschloss der Stadtrat einen Aktionsplan, mit dem die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 mehr als halbiert werden sollen.

In Pfaffenhofen wird großer Wert auf Bürgerbeteiligung gelegt. Dafür steht das 2008 ins Leben gerufene Aktionsprogramm "PAF und DU" mit intensivem Bürgerdialog in den Stadtentwicklungsprozessen, wie z.B. bei Zukunftsworkshops und Planungswerkstätten. Akzente setzt die Stadt auch in generationenübergreifenden Bildungs- und Integrationsmaßnahmen, mit denen alle gesellschaftlichen Gruppen in das Stadtleben integriert und der Gedanken der Nachhaltigkeit über die Generationen hinweg gelebt werden sollen.

Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt

Aufgrund der umfangreichen und innovativen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit wurde Pfaffenhofen zu Deutschlands nachhaltigster Kleinstadt 2013 gewählt. Die Jury lobte dabei insbesondere die Vorbildfunktion als Modellkommune für menschen- und unternehmensgerechte Stadtplanung sowie für das Management von Flächenressourcen.

Aktive Stadtjugend

Bürgerbeteiligung beschränkt sich in Pfaffenhofen nicht auf Erwachsene. Seit 1998 ist das jeweils für zwei Jahre gewählte Jugendparlament Anlaufstelle und politisches Forum für die 14- bis 22-Jährigen. Es vertritt überparteilich die Interessen der Jugend gegenüber dem gewählten Stadtrat und berät diesen in allen Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen. Die Jugendparlamentarier können eigene Anträge einbringen, Stellungnahmen zu den Beschlüssen des Stadtrats abgeben und verfügen sogar über einen eigenen Etat.

Zu den Erfolgen des Jugendparlaments zählen die Einführung eines Rufbusses für Jugendliche jeweils freitags und samstags, die Organisation offizieller Graffiti-Wände (Motto: Du hast die Dosen, wir die Mauern!) oder die Einrichtung einer Skaterhalle. Darüber hinaus veranstalten die Jugendparlamentarier z. B. Schnuppertage für an Ehrenämtern interessierte Jugendliche (Motto: Courage statt Sabotage!) oder verwalten die stadteigenen Bandproberäume.

Wie das Preisgeld der Allianz Umweltstiftung verwendet wird

In den nächsten Jahren kommt eine besondere Herausforderung auf das Jugendparlament zu: Es entscheidet über die Verwendung des Preisgeldes von 35.000 Euro, das Pfaffenhofen als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt von der Allianz Umweltstiftung gewonnen hat. Konkret sollen damit kleinere Nachhaltigkeitsprojekte unterstützt werden. Welche genau, das entscheiden die Mitglieder des Jugendparlamentes. Für drei Jahre sind jeweils 10.000 Euro für Projekte vorgesehen, die restlichen Mittel stehen dem Jugendparlament für Werbemaßnahmen, Veranstaltungen etc. zur Verfügung. Lesen Sie dazu die News-Meldung "Die Jugend entscheidet".

Bislang wurden von den Jugendparlamentariern Zuschüsse für folgende Projekte bewilligt: InterKulturGarten mit Lehmbackofen, Bienenhaltung, Unterstand mit Regenwassergewinnung, Neupflanzungen (3.000 Euro), die Einrichtung einer Energieverbrauchsanzeige am Gymnasium durch den Energie- und Solarverein Pfaffenhofen (2.800 Euro), den barrierefreien Bau eines Kräuterhochbeetes durch psychisch Kranke, die Anschaffung von Materialien zur Freizeitgestaltung von Asylbewerbern (3.000 Euro), eine virtuelle Ausstellung zum Thema Klimawandel des Energie- und Solarvereines (3.000 Euro), die Einrichtung der Geschäftsstelle des Internationalen Kulturvereins (2.550 Euro) und der Mittagstreff des Zentrums für Berufs- und Familienförderung (1.200 Euro).