Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden; Gewinner 2014: Furth bei Landshut

Umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement ist keine Frage der Größe. Das belegt die bayerische Gemeinde Furth bei Landshut mit einer Vielzahl gelungener Projekte zur Energiewende, zum Ressourcenschutz und anderen Themenbereichen der Nachhaltigkeit. Lohn dieser Aktivitäten ist die Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Gemeinde 2014.

Konsequent nachhaltig

Die Gemeinde Furth zählt etwa 3.750 Einwohner und liegt nahe der bayerischen Stadt Landshut. Den vielfältigen Herausforderungen in den Bereichen Energiewende, Flächen- und Ressourcenmanagement, demografischer Wandel sowie der Haushaltsdisziplin stellt sich die Kommune mit einem breit aufgestellten, konsequent am Nachhaltigkeitsgedanken ausgerichtet Maßnahmenspektrum. Die Bürger sind durch eine gezielte Mitmach- und Anerkennungskultur eingebunden.

Konsequent erneuerbar

Schon 1999 beschloss Furth, sich zukünftig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu versorgen. 2014 wurden bereits 80 Prozent der Strom- und Wärmeversorgung durch regenerative Energien gedeckt. Um die langfristige Versorgung mit Holz als wichtigstem Energierohstoff der Kommune sicher zu stellen, wurden Gemeindefläche entlang der Bäche aufgeforstet. Dieser so genannte "Energiewald" leistet nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Further Biotopverbundsystem und zum Hochwasserschutz.

Konsequent entwickelt

Auch die bauliche Entwicklung der Gemeinde ist nachhaltig ausgerichtet. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der gezielten Innenentwicklung wie z. B. der Gestaltung der neuen Dorfmitte, die in einem Bürgerverfahren entwickelt wurde. Zudem wird mit dem Further Baulandmodell versucht, den Flächenverbrauch bei der Baulandausweisung in Grenzen zu halten.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Sicherung des Angebots von Freizeit-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Trotz der geringen Einwohnerzahl bietet Furth hier eine Vielzahl von Einrichtungen mit integrativen Ansätzen an und versucht so, die Lebensqualität für alle Altersgruppen zu erhalten und zu steigern.

Deutschlands nachhaltigste Gemeinde

Die Jury würdigt die umfangreichen und innovativen Maßnahmen der Gemeinde Furth mit der Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Gemeinde 2014.

Wie das Preisgeld der Allianz Umweltstiftung verwendet wird

2015 wurde das Maristen-Kloster in Furth aufgrund des starken Rückgangs der Ordensbrüderzahlen an die Gemeinde verkauft. Der Kommune bot sich damit die Chance, die Nachnutzung bzw. Entwicklung eines größeren Areals nahe der Ortsmitte in Angriff zu nehmen. In den ehemaligen Klostergebäuden entsteht nun ein Schulungs- und Seminarzentrum, im südlichen Bereich des Klosters wird ein kleines zentrumsnahes Baugebiet ausgewiesen. Zwischen dem Baugebiet und dem Klostergebäude befindet sich ein Grünbereich, der als Trenn- und Schutzgrün zwischen privater (Wohnbebauung) und öffentlicher Nutzung (Kloster) bestehen bleiben soll.

Das Preisgeld der Allianz Umweltstiftung wird für den Bau eines barrierefreien Hochbeetkräutergartens auf einer der Grünflächen zwischen Klosteranlage und neuer Wohnbebauung verwendet. Der öffentliche Kräutergarten wird über Anbau und Wirkung von 50 verschiedenen Heilkräutern informieren, die in zehn Hochbeeten mit je 5,5 m x 1,8 m gepflanzt sind. Informationstafeln erläutern die Besonderheiten des Anbaus, der Pflege und vor allem den Nutzen der verschiedenen Heilkräuter – ganz in der Tradition der Maristischen Klosterheilkunde, deren aus über 30 Kräutern bestehenden Destillate bis heute erhältlich sind.