Wiedervereinigung des Englischen Gartens in München

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Aus zwei mach eins – nach diesem Motto setzt sich die Stiftung "Ein Englischer Garten" für die "Wiedervereinigung" des großen Münchner Stadtparks ein. Eine viel befahrene Straße soll unter der Erde verschwinden, darüber könnte man den Englischen Garten dann wieder in "einem Stück" genießen. Die Allianz Umweltstiftung finanzierte die Erstellung einer Machbarkeitsstudie und stellt eine Million Euro für die Wiedervereinigung des weltberühmten Gartendenkmals zur Verfügung.

Stadtpark von Weltrang

Der vom berühmten Gartengestalter Friedrich Ludwig von Sckell im 18. Jahrhundert entworfene Englische Garten München ist eine din er größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt. Mit mehr als vier Quadratkilometer Fläche übertrifft er sogar den New Yorker Central Park und den Hyde Park in London.

Im Stil eines Englischen Landschaftsgartens angelegt, ist der Park einer der größten Besuchermagneten in der Bayerischen Landeshauptstadt. Ob der Chinesische Turm mit dem benachbarten Biergarten, der Aussichtshügel mit dem Rundtempel Monopteros, der Eisbach mit der berühmten Surfer-Welle oder die zahlreichen Wiesen, Wege und Waldstücke – etwa 3,5 Millionen Menschen zieht es jährlich in den Englischen Garten.

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Mittendurch: Der Mittlere Ring trennt den Englischen Garten in zwei Teile.

Trennende Verkehrsschneise

Die meisten Besucher des Englischen Gartens kennen allerdings nur den südlichen Teil des unter Denkmalschutz stehenden Parks. Der Nordteil ist vielen, vor allem den auswärtigen Besuchern, weitgehend unbekannt. Grund dafür ist der Mittlere Ring, eine Stadtautobahn, die den Park seit fast 50 Jahren in zwei Teile trennt.

Über 100.000 Fahrzeuge queren den Park täglich auf der vierspurigen und stauträchtigen Straße, über die nur eine schmale Verbindungsbrücke führt. Zur Behebung der Stauproblematik wird inzwischen ein Ausbau auf sechs Spuren erwogen, der die Schneise durch den Park noch vergrößern würde.

Wiedervereinigung auf Münchnerisch

Als "Gegenentwurf" zu der angedachten Straßenverbreiterung hat die Initiative "Ein Englischer Garten" vorgeschlagen, den Mittleren Ring im Bereich des Englischen Gartens auf einer Länge von etwa 350 Metern in einen Tunnel zu verlegen und auf der Oberfläche den Stadtpark wiederzuvereinen. Auf diese Weise könnten die Parkbesucher den Park wieder in seiner historischen Qualität erleben und ihn so nutzen, wie es sein Planer vor über 200 Jahren vorgesehen hatte.

Machbarkeitsstudie

Die Initiative "Ein Englischer Garten" findet bei allen gesellschaftlichen Gruppen breite Zustimmung. Bürger, Touristen, Politiker und die Wirtschaft würden sich gleichermaßen über die "Wiedervereinigung" des Englischen Gartens freuen. Trotz parteiübergreifender Zustimmung zu "Ein Englischer Garten" wurde von der öffentlichen Hand bisher aber keinerlei finanzielle Unterstützung bewilligt.

Um trotzdem die Machbarkeit des Vorhabens zeigen zu können und die weiteren Diskussionen auf ein fachliches Fundament zu stellen, hat die Allianz Umweltstiftung die Erstellung einer Planungs- und Machbarkeitsstudie unterstützt. Diese wurde von einem renommierten Münchner Planungsbüro bearbeitet und im Juli 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Untendurch: Der Mittlere Ring verschwindet in einem Tunnel, oben wird der Englische Garten "wiedervereinigt".

Das Ergebnis

Die Studie zeigt, dass die "Tieferlegung" des Mittleren Rings im Bereich des Englischen Gartens technisch problemlos zu realisieren ist. Die Planer schlagen vor, den Mittleren Ring zwischen Iffland- und Dietlindenstraße auf einer Strecke von 1000 Metern abzusenken, 375 Meter davon sollen in einem Tunnel mit drei Fahrspuren in jede Richtung verlaufen. Die Kosten für sämtliche mit dem Bau zusammenhängenden Maßnahmen wurden mit 59 Millionen Euro (zzgl. Mwst.) berechnet.

Gewinn für alle

Durch den Rückbau bestehender Straßen und die "Flächenneugewinnung" auf der Tunneloberfläche würde der Englische Garten um zirka 12.000 Quadratmeter vergrößert. Der Stadtpark wäre "wiedervereinigt", auf einer Gesamtlänge von fünf Kilometern durchgehend zu erleben und im Tunnelbereich nahezu lärmfrei. Gleichzeitig wäre das Stauproblem auf dem Mittleren Ring gelöst – eine klassische Win-Win-Situation!

Der Englische Garten im Bereich um den Kleinhesseloher See nach dem Entwurf von Ludwig v. Sckell: Eine klare Nord-Süd-Ausrichtung prägt den Park, Bäche und Wege strukturieren die Wiesen- und Waldflächen.

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Der Bereich um den Kleinhesseloher See heute: Nicht nur der Mittlere Ring (in diesem Abschnitt Isarring genannt), auch die beiden Zufahrtsschleifen für Hirschau und Seehaus zerschneiden den Park.

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Der Bereich um den Kleinhesseloher See, wie er nach dem Bau des Tunnels aussehen könnte: Die Parkidee Ludwig v. Sckells mit ihren großzügigen Landschaftsräumen ist wiederhergestellt, der Englische Garten wiedervereinigt.

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Broschüre und Ausstellung

Zur Information der Öffentlichkeit wurde (ebenfalls mit finanzieller Unterstützung der Allianz Umweltstiftung) im Sommer 2011 im Erdgeschoss des Chinesischen Turms, also mitten im Englischen Garten, eine Ausstellung über das Vorhaben und die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie gezeigt. Zusätzlich sind alle wichtigen Informationen über Projekt und Studie in einer Broschüre zusammengefasst, die bei der Allianz Umweltstiftung angefordert werden kann.

Eine Million für die Wiedervereinigung

Laut der Machbarkeitsstudie würden etwa 3,8 Millionen der Baukosten auf die Wiedervereinigung der Gartenanlage entfallen. Für diesen Teil des Projektes hat die Allianz Umweltstiftung Fördermittel in Höhe von einer Million Euro bewilligt.

Projektpartner

  • Stiftung "Ein Englischer Garten" c/o Architekturbüro Grub-Lejeune, München (Initiatoren)
  • Planungsbüro Obermeyer, München (Machbarkeitsstudie)

Ort

Mittlerer Ring zwischen Einmündung Dietlindenstraße und Ifflandstraße, München

Status

Machbarkeitsstudie abgeschlossen, Realisierung in Vorbereitung.

Fotos

Abbildung "Untendurch": Jürgen Dudowitz/sunpatrol, München; alle anderen Abbildungen und Fotos: Architekturbüro Grub-Lejeune, München.

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