Öffnung der Lutter in Bielefeld

Lutter unter der Erde

Innerhalb der Stadtgrenzen ist die Lutter, Bielefelds wichtigstes Fließgewässer, auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern unter der Oberfläche verschwunden. Ende des 19. Jahrhunderts war sie aus hygienischen Gründen verrohrt worden und geriet in der Folge bei der Stadtgesellschaft fast in Vergessenheit.

Lutter ans Licht

Anfang der 2000-er Jahre gründete sich aus der Bielefelder Bürgerschaft ein Verein, der die Wiederöffnung der Lutter zum Ziel hat. Das fast vergessene Stadtgewässer soll nach und nach wieder an die Oberfläche gebracht werden und zur Aufwertung des Stadtraums beitragen. Denn ein offenes, erlebbares Gewässer erhöht die Attraktivität von Freiräumen, leistet einen Beitrag zur Lebendigkeit der Stadt und bietet Spiel- sowie Entdeckermöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus haben Stadtgewässer wichtige ökologische Funktionen. Sie bieten bzw. sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere, kühlen gerade an heißen Tagen durch Verdunstung ihre Umgebung und tragen so zu einer Verbesserung des Stadtklimas bei.

Der bereits 2004 geöffnete Lutter-Abschnitt beim Gymnasium am Waldhof erfreut sich großer Beliebtheit.

Erster Schritt

Als ersten Erfolg konnte der Verein 2004 die Öffnung eines etwa 125 Meter langen Abschnitts der Lutter am Gymnasium am Waldhof verbuchen. Er erfreut sich vor allem bei Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums großer Beliebtheit, ist für die Bürger aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und dient darüber hinaus als „Referenzprojekt“, das das Potential einer geöffneten Lutter verdeutlicht.

Zweiter Schritt

Ab 2020 wird mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung ein weiterer, weitaus längerer Abschnitt der Lutter in Angriff genommen: Zwischen Niederwall und Stauteich 1 soll das Gewässer auf insgesamt 1,7 Kilometern Länge ans Licht geholt und mit seinem Umfeld zu einem attraktiven, städtischen Erholungsraum entwickelt werden. Je nach direkter Umgebung sind die Ufer unterschiedlich gestaltet: von flach und naturnah ohne Befestigung bis zu befestigten Ufern aus Sitzstufen oder Blocksteinmauern.

Die Stiftung unterstützt beim aktuellen Projekt die Öffnung des etwa 600 Meter langen Abschnitts entlang der Ravensberger Straße zwischen Niederwall und Teutoburger Straße. Die Ravensberger Straße wird dazu grundlegend umgestaltet und zukünftig von der wieder geöffneten, etwa 1,6 Meter breiten Lutter begleitet. Die Ufer sind mit Natursteinen befestigt, bieten Sitzmöglichkeiten und laden zum Spielen, Natur entdecken und Verweilen ein.

Die Ravensberger Straße vor Beginn der Bauarbeiten ...
… und als Animation nach der Lutter-Öffnung. (Foto und Animation: Sönnichsen und Partner)

Projektpartner

  • Lutter e. V., Bielefeld
  • Stadt Bielefeld (Bauherr)

Planung

  • Sönnichsen und Partner

Weitere Förderer

  • Land Nordrhein-Westfalen, Programm Wasserbau
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt
  • Kurt Lange Stiftung
  • Verkehrsverein Bielefeld

Status

Im Bau.