Neugestaltung des Naumburger Domgartens

Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchenbauten Europas. Weltbekannt sind vor allem die Arbeiten des Naumburger Meisters. Im Zuge der Neugestaltung des Domgartens wurde diesem namentlich unbekannten Architekten und Steinbildhauer ein eigener Gartenbereich gewidmet – der Garten des Naumburger Meisters.

Naumburg

Naumburg und der umliegende Burgenlandkreis zählen zu den herausragenden Stätten der hochmittelalterlichen Baukunst. Nirgendwo sonst findet sich auf so engem Raum ein vergleichbares Gesamtensemble von Festungsanlagen, Profan- und Sakralbauten des Mittelalters. Aus diesem Grund ist Naumburg fester Bestandteil der Straße der Romanik, einer der beliebtesten Tourismusrouten Deutschlands. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, finden sich hier die bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke Sachsen-Anhalts.

Unvergleichlich naturgetreu - aber aus Stein: Die Pflanzendarstellungen in den Kapitellen des Westchors zählen zu den Meisterwerken der mittelalterlichen Dombaukunst.
Unvergleichlich naturgetreu - aber aus Stein: Die Pflanzendarstellungen in den Kapitellen des Westchors zählen zu den Meisterwerken der mittelalterlichen Dombaukunst.

Naumburger Dom

Bekanntestes Baudenkmal der Region und einer "der" Besuchermagneten der Straße der Romanik ist der Naumburger Dom. Er zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten des Mittelalters und ist vor allem durch die Arbeiten des Naumburger Meisters weltberühmt. Dieser namentlich unbekannte Architekt und Steinbildhauer schuf im Westchor eine weltweit einmalige Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei. Herausragend sind dabei vor allem die Reliefs zur Passionsgeschichte, die zwölf lebensgroßen Stifterfiguren sowie die kunstvollen Kapitelle, Zierfriese und Schlusssteine, in denen in unvergleichlich naturgetreuer Weise verschiedene Pflanzen dargestellt sind.

Naumburger Domgarten

Im Gegensatz zum Dom blieb der Domgarten in der Vergangenheit meist unbeachtet. Zu Unrecht, denn das terrassenartige Gelände bietet einen beeindruckenden Blick auf das Westportal des Doms und vereint gartenkulturelle Elemente verschiedenster Epochen. So geht der Domgarten ursprünglich auf zwei Kuriengärten zurück und wurde im Lauf der Zeit um die Befestigungsanlagen des Doms und ein kleines Bachtal erweitert.

In der jüngeren Vergangenheit wurde die Pflege des Domgartens stark vernachlässigt und die jahrzehntelangen Emissionen aus den Chemiefabriken südlich von Merseburg hatten vor allem die Stützmauern, die die verschiedenen Terrassenebenen voneinander trennen, in Mitleidenschaft gezogen. Somit entsprach das Umfeld des Naumburger Doms zuletzt kaum mehr dessen geschichtlicher Bedeutung.

Garten des Naumburger Meisters

Zur Eröffnung der großen Landesausstellung "Der Naumburger Meister" im Juni 2011 wurde der Domgarten grundlegend saniert und teilweise neu gestaltet. Ein besonderes Schmuckstück entstand dabei direkt vor dem Westportal des Domes. Wo sich früher nur eine Wiese und ein Weg befanden, wurde mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung der "Garten des Naumburger Meisters" errichtet – eine Hommage an den unbekannten Künstler, in der mit modernen Gestaltungselementen auf die großen Leistungen des Bildhauers und Architekten hingewiesen wird.

Original und Kopie: Auf den Stelen befinden sich Fotos der Kapitelle sowie Beschreibungen und Zeichnungen der Pflanzen - und im Pflanztrog daneben das Pflanzen-Original.
Original und Kopie: Auf den Stelen befinden sich Fotos der Kapitelle sowie Beschreibungen und Zeichnungen der Pflanzen - und im Pflanztrog daneben das Pflanzen-Original.

Original und Kopie

In dem Gartenteil sind einige der Pflanzen im Original zu sehen, die dem berühmten Naumburger Dombaumeister als Vorbilder für seine so unglaublich wirklichkeitsnahen Pflanzendarstellungen in den Kapitellen des Westchores im Dom dienten. Auf acht Stahlstelen finden sich Fotos der Kapitelle sowie Zeichnungen und Beschreibungen der dort dargestellten Pflanzen – und direkt daneben können die Besucher in Pflanzgefäßen aus Naturstein die lebenden Originale betrachten, unter anderem Efeu, Wein, Beifuß, Feige oder den gemeinen Hahnenfuß.

Projektpartner

  • Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz (Bauherr)
  • Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt (denkmalpflegerische Begleitung)
  • Landschaftsarchitekten Donath + Richter, Dresden (Planung).

Weitere Förderung

  • Bundesrepublik Deutschland (Konjunkturpaket II)
  • Land Sachsen-Anhalt (Konjunkturpaket II).
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt
  • Landesinvestitionsbank Sachsen-Anhalt

Ort

Naumburger Dom, Domplatz 16/17, 06618 Naumburg.

Status

Abgeschlossen.

Foto Dom: Vereinigte Domstifter.