"Lernort Natur" im Landkreis Barnim

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Allianz Umweltstiftung

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Dass Handwerk nicht immer goldenen, sondern manchmal auch einen grünen Boden hat, zeigt das Projekt "Lernort Natur". Benachteiligte junge Menschen können sich hier bei typischen Arbeiten der Wald- und Holzwirtschaft bewähren und verbessern dadurch ihre Berufschancen. Die Allianz Umweltstiftung unterstützt dieses Berufsorientierungsprojekt, in das auch Flüchtlinge einbezogen werden.

Fehlende Perspektive

Die Region im Norden Berlins rund um die Kreisstadt Eberswalde ist seit Jahren von einem tiefgreifenden demographischen Wandel betroffen. Das Verschwinden vieler Unternehmen, der damit verbundene Wegzug von Fachkräften, der Rückbau sozialer Einrichtungen und ein starker Geburtenrückgang prägen die Region. Besonders für benachteiligte Jugendliche – Schulabbrecher, Abbrecher aus Lehrlingsausbildungen, Jugendliche mit persönlichen Einschränkungen oder Migrationshintergrund – bestehen kaum berufliche Perspektiven.

Traditioneller Forststandort

Eberswalde im Landkreis Barnim ist aber auch ein traditioneller Forststandort. 1830 wurde hier die Höhere Forstlehranstalt gegründet, die man 1868 zur Königlichen Forstakademie Eberswalde umbenannte und 1921 in die Forstliche Hochschule umwandelte. 1946 entstand in Eberswalde die Forstwissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, wovon 1963 aufgrund von Umstrukturierungen lediglich ein Institut für Forstwissenschaften übrig blieb. 1992 erfolgte die Neugründung als Fachhochschule Eberswalde und 2010 die Umbenennung in Hochschule für nachhaltige Entwicklung.

Im Umfeld der Hochschule haben sich in den vergangenen Jahren entsprechende Branchen zunehmend erfolgreich entwickelt und neue wirtschaftliche Perspektiven für eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen herausgebildet. Daraus ergeben sich auch neue Wege, benachteiligten Jugendlichen und Geflüchteten berufliche Chancen zu eröffnen.

Lebens- und Arbeitsraum Wald

Das Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekt "Lernort Natur" bietet jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss die Chance, im Lebens- und Arbeitsraum Wald Kompetenzen und Fachwissen zu erwerben. Über einen Zeitraum von einem Jahr lernen sie "grüne" Berufe kennen und können sich in Forstwirtschaft, Zimmerei, Tischlerei, sowie Garten- und Landschaftsbau bewähren. Dabei werden sie von erfahrenen Handwerkern, Forstwirten und einem Sozialpädagogen in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung begleitet. Neben handwerklichen Fertigkeiten trainieren die Teilnehmer auch soziale Kompetenzen, was ihnen anschließend den Berufseinstieg erleichtern solle.

Die "Einsatzgebiete" der Teilnehmer sind ein 145 Hektar großes Waldstück, ein historisches Forstschreiberhaus und der Forstbotanische Garten Eberswalde. Forstschreiberhaus und Wald werden von der im Bereich Umweltbildung und Waldforschung aktiven Stiftung WaldWelten zur Verfügung gestellt, der Forstbotanische Garten von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung.

Zukunftsfähige Berufsbilder – auch für Flüchtlinge

Durch die Kooperation mit lokalen und regionalen Betrieben bereits während des Projektes soll den Teilnehmern der Berufseinstieg ermöglicht werden. Die Teilnehmer kommen aus Einrichtungen, mit denen die Stiftung WaldWelten bereits zusammengearbeitet hat und werden in enger Koordination mit den Akteuren der Arbeitsförderung – wie JobCenter oder Berufsbildungseinrichtungen – ausgewählt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen wurde das Projekt zusätzlich für Flüchtlinge geöffnet und das Ausbildungsprogramm um regelmäßige Sprachkurse erweitert.

Projektpartner

  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

  • Stiftung WaldWelten