Gewinnerschule 2013:
Wildermuth-Gymnasium Tübingen

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Youth for Future, oder kurz YOUff – so nennt sich die 2009 von zwei Schülern am Wildermuth-Gymnasium in Tübingen gegründete Umwelt-AG. Sie wirbt mit unterschiedlichsten Aktivitäten für mehr Klimaschutz und wird für die 2012 weitgehend in Eigenregie geplante und durchgeführte Schüler-Klima-Messe ausgezeichnet.

Organisierten eine Schüler-Klima-Messe: Die Umwelt-AG "YOUff" des Wildermuth Gymnasiums Tübingen.
Organisierten eine Schüler-Klima-Messe: Die Umwelt-AG "YOUff" des Wildermuth Gymnasiums Tübingen.

Selbst ist der Schüler

Die Umwelt-AG "YOUff" (Youth for Future) ist keine "typische" Schul-AG. Denn im Unterschied zu vielen anderen entstand sie nicht als Unterrichtsprojekt, sondern wurde 2009 von zwei Schülern gegründet, die kurz vorher eine Ausbildung zu Umweltmentoren absolviert hatten und ihr neu erworbenes Wissen nun im Schulalltag anwenden wollten.

Seitdem führt die Umwelt-AG jährlich eine Energie-Rallye durch, bei der die 5. Klassen über das Energiesparen und den Klimaschutz informiert werden. Außerdem bilden die Schüler pro Klasse zwei Umweltbeauftragte aus, die sich dann um die richtige Temperatur, das Lüften und die Beleuchtung im Klassenzimmer kümmern.

Alles obsolet?

Ein Schwerpunktthema der Umwelt-AG ist die so genannte geplante Obsoleszenz, also die anscheinend eingebaute Verfallszeit in Gebrauchsgegenständen wie zum Beispiel Mobiltelefonen, Druckern oder anderen elektrischen Geräten. Obwohl in den defekten Geräten oft nur ein winziges Bauteil ersetzt werden müsste, wird aus Bequemlichkeit oder wegen einer vermeintlich teueren Reparatur meist ein neues Geräte gekauft - dessen Herstellung dann Energie und Rohstoffe verbraucht.

Schüler-Klima-Messe

Ausgezeichnet wird die Umwelt-AG vor allem für die Planung und Durchführung der Schüler-Klima-Messe, die 2012 an drei Tagen in der Turnhalle des Gymnasiums stattfand. In vier Themenräumen gab es interessante Informationen zum Klimaschutz und verwandten Themenbereichen.

Im ersten Raum wurden die Schülergruppen mit einem Gewinnspiel zum Klimawandel und einem selbst produzierten Kurzfilm in die Thematik eingeführt. In Raum zwei drehte sich alles um das Thema Müll, indirekten Energieverbrauch und das Lieblingsthema der AG, die Obsoleszenz.

Klimagerechte Ernährung und Mobilität

Der dritte Raum beleuchtete den Zusammenhang von Ernährung und Klimaschutz, mit Informationen zu den Themen Fast-Food, Fleisch sowie Bio-Produkten. Als Praxistipps gab es eine Übersicht, wo in Tübingen klimafreundliches Mittagessen angeboten wird.

Der letzte Raum war dem Thema Mobilität gewidmet. Hier diskutierten die Mitglieder der Umwelt-AG mit den Schülern über klimafreundliche Mobilität und klärten sie über den ökologischen Fußabdruck beim Reisen auf. Attraktion des Standes war ein Elektrofahrrad, das sich die Schüler als Demonstrationsobjekt für die Messe ausgeliehen hatten.

Die Aktion der Umwelt-AG war ein voller Erfolg: Über 700 Schülerinnen und Schüler besuchten die Klima-Messe, es mussten sogar Klassen abgelehnt werden.

Aktion Klima-Weckle

Eine der ersten Aktivitäten der Umwelt-AG hat sich übrigens zu einem echten "Dauerläufer" entwickelt, die Aktion Klima-Weckle. Dabei versorgen Schüler-Fahrradkuriere am Sonntag morgen Tübinger Haushalte auf Bestellung mit frischen Brötchen – schwäbisch: Weckle. Mit dieser Aktion gewinnen alle: Das Klima, weil unnötige Autofahrten zum Bäcker entfallen, die Tübinger, weil die Brötchen pünktlich auf dem Frühstückstisch landen – und die Schülerkuriere, die für ihre Lieferdienste einen Zuschuss zum Taschengeld erhalten.