Gewinnerschule 2015:
Gymnasium Kenzingen

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Dass ein Perpetuum mobile physikalisch nicht möglich ist, wusste die Solar-AG des Gymnasiums Kenzingen. Trotzdem gab sie ihrem Projekt diesen Namen und bezeichnet damit eine Fotovoltaik-Anlage, die sich durch die Erträge aus der Einspeisevergütung nach und nach selbst vergrößert und schließlich Entwicklungshilfe-Projekte in Burundi finanziert.

Die Solar-AG des Gymnasiums Kenzingen kombiniert langfristiges Engagement für den Klimaschutz mit Entwicklungshilfeprojekten.
Die Solar-AG des Gymnasiums Kenzingen kombiniert langfristiges Engagement für den Klimaschutz mit Entwicklungshilfeprojekten.

Perpetuum was?

Angefangen hat es 2001: Als von einer gemeinsam mit einem Umweltverband durchgeführten Straßensammlung noch Restmittel vorhanden waren, suchten Schüler und Lehrer nach einer sinnvollen Verwendung in Sachen Klimaschutz. Die Idee: Wir errichten eine Fotovoltaik-Anlage, die sich aus ihren Erträgen nach und nach selbst vergrößert.

Perpetuum mobile!

Durch zusätzliche Unterstützung von Sponsoren konnten 2002 die ersten Fotovoltaik-Module auf dem Schuldach in Betrieb genommen werden. Die Erträge aus der Einspeisevergütung wurden angespart und in den folgenden Jahren in die Erweiterung der Anlage investiert. Durch weitere Straßensammlungen, Sponsoring von Anlagenteilen und viel Eigenleistung entstand dann bis 2011 eine Fotovoltaik-Anlage, die das gesamte Schuldach einnimmt und insgesamt 70 kWp Leistung erbringt.

Bis auf wenige Facharbeiten wurden alle Arbeiten beim Aufbau der Anlage von den Schülerinnen und Schülern der Solar-AG selbst durchgeführt. Die Anlage hat bis 2014 etwa 430.000 kWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist und damit ca. 300 Tonnen CO2 vermieden.

Burundi helfen

Seitdem sich 2009 abzeichnete, dass sich die Anlage aus Platzgründen nicht mehr weiter vergrößern lässt, werden mit den Erträgen aus der Einspeisevergütung Klimaschutz-Projekte in Burundi unterstützt. Über eine in Burundi tätige Hilfsorganisation konnten als erste Maßnahme Solarlampen angeschafft werden, die es Schulkindern ermöglichen, auch nach Sonnenuntergang Hausaufgaben zu erledigen.

Als weiteres Hilfsprojekt wurde die Pflanzung von über 2000 Bäumen finanziert. Die Bäume speichern bei ihrem Wachstum CO2 und wirken zusätzlich der Erosion entgegen, die im hügeligen Burundi ein großes Problem darstellt. Da zur Hälfte Obstbäume gepflanzt wurden, wird nebenbei auch noch die Ernährungssituation der Schüler vor Ort verbessert.

Zuletzt finanzierten die Kenzinger Klimaschützer in Burundi die Erweiterung einer bestehenden Fotovoltaik-Anlage und den Umbau des dazugehörigen Stromspeichers. Damit können nun eine Schule und ein Krankenhaus kontinuierlich und unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mit elektrischer Energie versorgt werden.

CIA´s im Einsatz

Die aktuellen Aktivitäten der Solar-AG beschränken sich aber nicht nur auf Burundi. Auch in der eigenen Schule sind die Klimaschützer aktiv. So finden sich in fast jeder Klasse so genannte CIA's – Climate Indoor Agents – die sich um das Energiesparen im Schulalltag kümmern.

Darüber hinaus hat die Solar-AG inzwischen doch noch eine Möglichkeit gefunden, das Perpetuum-mobile-Projekt fortzusetzen: Auf einem weiteren Dach der Schule sollen eine zusätzliche Fotovoltaik-Anlage und zwei Kleinwindkraftanlagen errichtet werden.

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