Gewinnerschule 2015:
Mittelschule Aitrachtal, Mengkofen

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Klimaschutz generationenübergreifend – so lautet das Motto des Energiesparprojektes an der Mittelschule Aitrachtal in Mengkofen (Bayern). Ehrenamtlich engagierte Senioren bilden im Nachmittagsunterricht Schülerinnen und Schüler zu Energieexperten aus, die sich dann in der Schule ums Energiesparen kümmern und ihre Kenntnisse inzwischen auch Privathaushalten anbieten.

Generationenübergreifendes Engagement für den Klimaschutz: Die Mitglieder des Energiesparprojekts der Mittelschule Aitrachtal in Mengkofen.
Generationenübergreifendes Engagement für den Klimaschutz: Die Mitglieder des Energiesparprojekts der Mittelschule Aitrachtal in Mengkofen.

Ruheständler und Energieexperten

Unterricht mal anders: Nicht Lehrer, sondern Ruheständler, wie zum Beispiel ehemalige Energieberater und Ingenieure, geben den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Aitrachtal in Mengkofen seit 2007 Unterricht in Sachen Klimaschutz und bilden sie zu Energieexperten aus.

Den Anfang machten allgemeine Informationen zu den verschiedenen Energieträgern und zum Klimawandel. Mit dem Bau von Modellen für Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft wurden die erneuerbaren Energieträger für die Jugendlichen zusätzlich begreifbar gemacht.

Checklisten und Energiesparvorschläge

Die Energieexperten kümmerten sich dann anhand von Checklisten um das Energiesparen im Schulalltag und machten sich mit ihrem neu erworbenen Wissen im Schulgebäude auf die Suche nach Energiefressern. Gemeinsam mit den Senioren überlegten sie, wie und wo sinnvoll Energie gespart werden könnte und entwickelten entsprechende Vorschläge – mit Erfolg:

Durch die regelmäßige Kontrolle der Heizungsthermostate und Beleuchtung sowie einfache Maßnahmen wie etwa die Ausstattung aller Räume mit schaltbaren Steckdosenleisten, den Einsatz von Zeitschaltuhren oder den Austausch einer defekten Heizungspumpe konnten die Energiekosten der Schule über die bisherige Projektlaufzeit um insgesamt ca. 50.000 Euro gesenkt werden – was sich natürlich auch positiv auf die CO2-Bilanz der Schule auswirkt.

Energieecke und 50/50-Pojekt

Um auch die übrigen Schülerinnen und Schüler über das Energiesparen und den Klimaschutz zu informieren haben die Energieexperten an einer prominenten Stelle im Schulgebäude eine Energieecke eingerichtet. Hier finden sich neben zahlreichen Schautafeln und Info-Vitrinen auch die zuvor selbst gebastelten Modelle.

Einige der Energieexperten nutzten ihr Energiespar-Wissen darüber hinaus auch zu Hause: Im Rahmen einer 50/50-Vereinbarung mit ihren Eltern entwickelten sie Vorschläge, wie im elterlichen Haushalt Energie gespart werden kann – und erhielten die Hälfte der dadurch eingesparten Energiekosten zur Aufbesserung ihres Taschengeldes.

Sprung in die Gemeinde

Einige Schüler sind inzwischen auch außerhalb der Schule als "Jungenergieberater" im Einsatz. Dazu wurde zunächst wurde ein Energiespar-Flyer entwickelt und ein Energieberaterkoffer angeschafft. Nach entsprechendem Training durch Rollenspiele informierten die Schüler dann auf Volksfesten oder Flohmärkten der Gemeinde Passanten über das Energiesparen und boten sich als Berater an. Inzwischen sind schon einige Beratungen erfolgt.

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