Gewinnerschule 2017:
Schulzentrum Marienhöhe Darmstadt

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Ob Klimaschutz-Rallye, Klimadetektive oder Eco-Fahrtraining, ob Baumpflanzaktion, Fotovoltaik- und Windkraftanlage oder Klimaschutz-Projekte in Vietnam – die Schüler-AG Energieagentur des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt zeigt, dass der Fantasie in Sachen Klimaschutz an Schulen kaum Grenzen gesetzt sind.

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Setzt sich für den Klimaschutz am Schulzentrum Marienhöhe Darmstadt ein: die Schüler-AG Energieagentur.
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Schüler am Ruder

Seit 2010 engagiert sich die Energieagentur am Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt für das Energiesparen und den Klimaschutz. In der Schüler-AG führen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgänge und Schulformen Regie, Lehrer sind nur am Rande und zur Unterstützung aktiv. In regelmäßigen Sitzungen bringen sich die "Energieagenten" gegenseitig auf den aktuellen Stand ihrer Projekte und überlegen sich neue Klimaschutz-Aktivitäten.

Klimaschutz-Rallye und Klimadetektive

Speziell für die 5. Klassen hat die Energieagentur eine Klimaschutz-Rallye entwickelt, bei der „die Kleinen“ an sechs Lernstationen von den Mitgliedern der Energieagentur unter anderem über erneuerbare Energien und klimaschonende Ernährung aufgeklärt werden. sind eine Gruppe von Schülern aus Darüber hinaus sind in der Unter- und Mittelstufe die Klimadetektive aktiv. Mülltrennung steht ebenso auf ihrem Programm wie das Energiesparen im Schulalltag.

Mitfahr-App und Eco-Fahrtraining

Wegen des außerhalb der Stadt gelegenen Schulgeländes ist der tägliche Verkehr zur und von der Schule eine besondere Herausforderung – besonders hinsichtlich des Klimaschutzes. Deshalb entwickeln Mitglieder der Energieagentur in Zusammenarbeit mit IT-Profis eine Mitfahr-App, mit der sich Schüler unkompliziert zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können. Und weil auch bei Fahrgemeinschaften ein spritsparender Fahrstil angesagt ist, findet auf der Marienhöhe regelmäßig ein Ökofahrtraining statt, bei dem ältere, als Öko-Fahrtrainer ausgebildete Schüler den jüngeren einen spritsparenden Fahrstil beibringen.

Fotovoltaik, Windkraft und Energiesparbeleuchtung

Erneuerbare Energien werden auf der Marienhöhe in unterschiedlicher Wiese genutzt. Mehrere Fotovoltaik-Anlagen erzeugen pro Jahr etwa 60.000 kWh Strom, was einem Viertel des Gesamtverbrauchs der Schule und einer CO2-Minderung von 37 Tonnen entspricht. Zusätzlich erzeugt ein Windrad, das nach einem Genehmigungsmarathon installiert werden konnte, rund 1.000 kWh Strom jährlich. Die Schüler der Energieagentur waren dabei in allen Phasen aktiv - von der Planung über die Angebotseinholung bis zur Mithilfe bei der Montage.

Auch der Austausch alter Leuchtstoffröhren gegen moderne, stromsparende LED-Lampen in einem der Schulgebäude geht auf die Energieagentur zurück. Ein Schülergruppe erfasste alle Leuchten im Untergeschoss und berechnete, wie viel Strom und CO2 durch den Ersatz der alten Leuchten gespart werden könnte – und überzeugten die Schulleitung: Inzwischen sind neben dem Untergeschoss weitere Flure und Klassenräume LED-beleuchtet.

Infofilme und Vietnam-Projekt

Die Mensa des Schulzentrums bietet seit Jahren nur vegetarische Gerichte. Da immer wieder Mitschüler Fleischgerichte forderten, haben die Klimadetektive ein Video erstellt, das in Interviews und Comic-Zeichnung klarstellt, warum die Mensa aus Gründen des Klimaschutzes vegetarisch bleiben muss – bisher erfolgreich.

Zuletzt hat die Energieagentur ihren Blick auch über den „Tellerrand“ hinaus gerichtet. Die Schüler erwirkten, dass ein Teil der Spenden, die die Schule bei ihrem jährlich stattfindenden Sponsorenlauf einnimmt, für internationale Klimaschutz-Projekte verwendet wird, zum Beispiel zur Anschaffung Wassergeneratoren und Mini-Biogasanlagen für Kleinbauern in Vietnam.