Gewinnerschule 2017:
St.-Ursula-Gymnasium Lenggries (Bayern)

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung

Klimaschutz einmal anders: Das Praxis-Seminar "Ökologischer Fußabdruck" des St-Ursula-Gymnasiums in Lenggries plante und realisierte einen Ökologie-Lehrpfad der besonderen Art: Ein Heckenirrgarten in Form eines überdimensionalen Fußabdrucks, in dem sich auch viel Interessantes und Wissenswertes zum Klimaschutz findet.

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Gruppenbild vor dem Heckenirrgarten: Schülerinnen des Praxis-Seminars "Ökologischer Fußabdruck" des St.-Ursula-Gymnasiums in Lenggries vor "Ihrem" Werk, dem Heckenirrgarten in Form eines überdimensionalen Fußabdrucks.
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Ökologischer Fußabdruck

Um für den Klimaschutz zu werben und über unterschiedliche Möglichkeiten des Energiesparens zu informieren, wählten zwei aufeinanderfolgende Praxisseminare des St.-Ursula-Gymnasiums Lenggries einen etwas anderen Ansatz: Die Schülerinnen des Mädchengymnasiums planten und realisierten einen Ökologie-Lehrpfad in Form eines Heckenirrgartens, der den Umriss eines ca. 50 x 20 Meter großen Fußabdrucks hat. Die Wege darin verlaufen zwischen mannshohen Hainbuchenhecken.

Eingang in der Ferse

Der Besucher betritt die Anlage durch die Ferse, wo sich ein halbkreisförmiges Auditorium aus Natursteinen befindet. Zum Mittelfuß hin öffnet sich ein Durchgang in den Hecken, der zu einer ersten Verzweigung führt. An allen Kreuzungen finden sich dann Tafeln mit Fragen, die sich auf ökologisch korrektes Verhalten beziehen. Je drei Antwortmöglichkeiten weisen in verschiedene Richtungen. Falsche Antworten führen in Sackgassen, richtige durch das Labyrinth.

Ausgang an den Zehen

Themen der Fragen- und Infotafeln sind unter anderem der Schutz des Regenwaldes, Alltags- und Urlaubsmobilität, klimagerechte Ernährung und energiesparendes Heizen. Nach der achten Fragentafel erreicht man die Fußzehen. Dort werden einige Themen nochmals vertieft und Tipps für klimaschonendes Verhalten gegeben. Am Ausgang veranschaulicht ein Lattenzaun-Diagramm den Pro-Kopf-CO2-Ausstoß verschiedener Länder und verschieden große Steine setzen den Gesamt CO2-Verbrauch unterschiedlicher Nationen zueinander ins Verhältnis.

Zwei Seminargruppen

Eine erste Seminargruppe arbeitet von Oktober 2014 bis Januar 2016 vor allem an den fachlichen Inhalten und der Finanzierung des Projektes. Im Februar 2016 übernahm die zweite Gruppe, brachte neue Ideen ein, überarbeitete die Texte und passte das Konzept den zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel an – und war auch beim Bau aktiv.

Der Ökologische Fußabdruck steht auf dem Gelände einer Jugendsiedlung und Umweltbildungsstätte, die den Irrgarten in ihr Programm aufnimmt und sich auch um die Pflege kümmert.

Vorbild aus Österreich

Der Heckenirrgarten hat übrigens ein "großes" Pendant: Im österreichischen Nationalpark Gesäuse in der Steiermark wurde 2012 ein etwa 70 Meter langer "Fußabdruck" eröffnet, der als Vorbild für das Projekt der Lenggrieser Schülerinnen diente.