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Gewinnerschule 2020:
Hermann-Lietz-Schule Haubinda

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung
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Arbeitsfeld Klimaschutz

Aktiver Klimaschutz gehört seit etlichen Jahren zu den Arbeitsfeldern der etwa 400 Schülerinnen und Schüler zählenden Hermann-Lietz-Schule, die Bestandteil eines Internatsdorfes im ländlich geprägten Haubinda in Thüringen ist. Die Mahlzeiten werden vor Ort aus regionalen und saisonalen Zutaten bereitet, die schuleigene Landwirtschaft versorgt die Küche während des Sommerhalbjahres mit Salaten, Gemüse und Obst. Ein ausgeklügeltes Wärmemanagement ermöglichte den Anschluss zweier großer Gebäude ohne den Brennstoffverbrauch zu erhöhen.

Sonne tanken!

Beim Projekt „Sonne tanken“ entwickelten und bauten die Klassenstufen 7 und 8 eine Solar-Handy-Tankstelle. Nach einem Einführungsvortrag durch eine Fachfirma wurde zunächst überlegt, welche Standorte auf dem Schulgelände sich am besten eignen. Die Wahl fiel auf eine überdachte Sitzgruppe im Freigelände, an der sich auch ein WLAN-Router befindet, und die Turnhalle. Zwei Tage lang bauten die Schüler dann unter Anleitung eines Tischlers und eines Technikers einen Batteriekasten für das Solarmodul der Sitzgruppe sowie die jeweiligen Steckerleisten und durften schließlich bei der Installation helfen.

Bei einer Abschlusspräsentation berichteten die beteiligten Schüler rund 130 Mitschülern und Mitarbeitern über ihre Erkenntnisse und Tätigkeiten – und gaben damit einen wichtigen Impuls zur Errichtung einer großen Fotovoltaik-Anlage auf dem schuleigenen Sporthallendach und zu dem Ziel, im Internatsdorf bis zum Jahr 2025 mehr Solarstrom zu produzieren, als dort verbraucht wird.

Konsum

Das Projekt "Konsum" (benannt nach den v. a. in den östlichen Bundesländern bekannten Konsum-Einzelhandelsgeschäften und mit Betonung auf "o") beinhaltet den Betrieb zweier Dorfläden mit Schwerpunkt regionale und damit klimafreundliche Produkte. Zusätzlich zu dem seit 2015 auf dem Schulgelände bestehenden Dorfladen eröffnete die Schule 2018 im Nachbarort einen Ableger, nachdem der dortige "Konsum" schließen musste. Die Gemeinde als Eigentümerin des Gebäudes stellte dieses der Schule kostenlos zur Verfügung und die Schulhandwerker renovierten Laden sowie Lagerräume. Die Regale wurden in der Schreinerei der Schule gebaut sowie eine Tauschbibliothek und eine Café-Ecke eingerichtet. Eine im Ort ansässige und von der Schule angestellte Verkäuferin führt den Laden in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftszweig der Fachoberschule.

Beide Läden kooperieren miteinander, kaufen z. B. gemeinsam Waren ein und haben je nach Jahreszeit Produkte der schuleigenen biologischen Landwirtschaft im Angebot – im Sommer Tomaten und Gurken aus dem Gewächshaus, später Obst, Nüsse, Fruchtaufstriche und Stollen aus dem Dorfbackhaus. Und seit 2020 bieten die Läden einen besonderen "Haustürservice": Schülerinnen und Schüler liefern v. a. älteren Einwohnern in beiden Ortsteilen die Einkäufe „frei Haus“ – per Lastenfahrrad, klimaschonend und ohne Aufpreis.