Benediktbeurer Gespräche 2017

"Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut*" - Die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes

Die 21. Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung fanden am 4. und 5. Mai 2017 zum Thema "Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut«* - Die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes" statt.

Zukunft der Landwirtschaft
 
Am 4. und 5. Mai 2017 fanden die 21. Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung statt. Zum Thema "»Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut«* - Die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes", referierten und diskutierten:
 
  • Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Haber, Prof. em. am Lehrstuhl für Landschaftsökologie der TU München
  • Renate Künast, Bündnis 90 / Die Grünen
  • Dr. Moritz Spilker Geschäftsführer AgroEnergy
  • Dr. Eike Wenzel, Leiter des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung
  • Moderation: Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung.
*Karl Valentin, Mögen hätt´ ich schon wollen.
©Rosenheimer Verlagshaus

News-Meldung

Einen kurzen Einblick in die Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung 2017 erhalten Sie in der News-Meldung "Zerstört unser täglich Brot die Umwelt?"

Dokumentation

Alle Vorträge und Diskussionsbeiträge der Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung 2017 sind nun in einer reich bebilderten, 90-seitigen Broschüre publiziert. Die Broschüre kann kostenlos bei der Stiftung angefordert werden.

Hier finden Sie die Broschüre zum Download:

Die 21. Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung fanden am 4.und 5. Mai 2017 im Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern statt.
Zu Beginn der abendlichen Festveranstaltung am 4. Mai 2017 begrüßte Pater Heiner Heim, erster Vorstand des Trägerverbundes des Zentrums für Umwelt und Kultur, mehr als 350 Gäste ...
... im erneut voll belegten Allianz Saal des Klosters Benediktbeuern.
Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, dankte in seiner Begrüßung dem Zentrum für Umwelt und Kultur für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Pater Karl Geißinger, Rektor des Zentrums für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, referierte er in seinem Abendvortrag über das in Benediktbeuern durchgeführte Projekt "Hoffnungsstark" ...
... einem Kooperationsprojekt des Zentrums für Umwelt und Kultur und der Allianz Umweltstiftung, das eindrucksvoll zeigt, wie sich Umweltbildung und Jugendsozialarbeit miteinander verknüpfen lassen.  
Als Gastgeschenk für das Zentrum für Umwelt und Kultur wurde eine Sammelaktion für das Projekt "Hoffnungsstark" durchgeführt ...
... der eingenommene Betrag in Höhe von 3.061 Euro wird von der Allianz Umweltstiftung verdoppelt und kommt dem Projekt zugute.
Im musikalischen Teil des Abendprogramms präsentierten "Die Hoameligen" neue Volksmusik aus Österreich. Das außergewöhnliche Damentrio überraschte und begeisterte die Gäste mit gelungenen Interpretationen traditioneller Volksmusik gewürzt mit modernen Stilrichtungen.
"Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut". Die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes. -  Dr. Klaus Wehmeier, Vorsitzender des Kuratoriums der Allianz Umweltstiftung, begrüßte am 5. Mai 2017 zum 21. Symposium der Allianz Umweltstiftung im Zentrum für Umwelt und Kultur.
In seiner Einführung stellte Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, fest, dass die Landwirtschaft um ihre Zukunft ringt. Dabei sei zu beobachten, dass sich die Fronten zusehends verhärten: Verbraucher und Umweltschützer stehen Agrarverbänden und Politik gegenüber. Verbraucher und Erzeuger hätten sich bedenklich entfremdet.
Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung  und Landwirtschaft, sprach sich für eine globale Ernährungsproduktion der Vernunft aus. Er unterstützt einerseits Regionalität, andererseits aber auch einen gezielten Export und fordert ein Umdenken: "Wir müssen raus aus unseren Schützengräben". Nur so könne die Ernährung von bald 10 Milliarden Menschen auf der Erde sichergestellt werden.
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber, langjähriger Professor am Lehrstuhl für Landschaftsökologie der TU München-Weihenstephan, provozierte mit der Feststellung, dass Ackerbau – und damit unser täglich Brot – seit jeher Einschnitte für die biologische Vielfalt bedeute. Er schlägt vor, fruchtbare Böden schonend, aber konsequent zum Nahrungsanbau zu nutzen und auf unfruchtbaren Böden dem Naturschutz eine Chance zu geben.
Renate Künast, MdB Bündnis 90/Die Grünen und frühere Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, forderte ein Ende der Exportorientierung und eine entsprechende Umverteilung der Fördergelder für konkrete Projekte. Zudem müsse man an der Einstellung der Menschen zum Essen und zu Nahrungsmitteln ansetzen.
Dr. Eike Wenzel, Leiter des Instituts für Trend- und Zukunfstforschung, stellte in seinem Vortrag "Wie wir morgen leben werden" die Digitalisierung als Megatrend in der Vordergrund: Vertical und Precision Farming, aber auch digitale Netzwerke können der Landwirtschaft Wege in die Zukunft weisen.
Dr. Moritz Spilker, Geschäftsführer von AgroEnergy, kauft als Investor in Ostdeutschland Großbetriebe auf, um sie u.a. mit Hilfe von Microfarming zu profitablen Unternehmen zu entwickeln. Er sieht darin einen Weg für die Landwirtschaft der Zukunft - westdeutsche Betriebe mit einer durchschnittlichen Größe von 44 ha seien aus wirtschaftlicher Sicht mittel- und langfristig nicht überlebensfähig.
Die Referenten (v.l.n.r.): stehend: Dr. Eike Wenzel, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber, Dr. Moritz Spilker, Renate Künast, Bundesminister Christian Schmidt, Dr. Klaus Wehmeier, Dr. Lutz Spandau, Pater Karl Geißinger.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde gemeinsam mit den Teilnehmern nochmals sehr angeregt über die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume diskutiert. Fazit: Die herkömmliche Landwirtschaft braucht einen Perspektivwechsel – dieser wird nur gemeinsam zu schaffen sein – im Sinne eines breiten, gesellschaftlichen Konsens.
Im nächsten Jahr werden die Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung am 3.und 4. Mai 2018 stattfinden.
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