Benediktbeurer Gespräche 2018

"Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung"* – über die Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft.
Mobilität der Zukunft
Am 3. und 4. Mai 2018 fanden die 22. Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung statt. Über das Thema "»Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung«* – über die Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft«" referierten und diskutierten:
 
  • Prof. Dr. Andreas Knie, Professor für Soziologie an der TU Berlin, Leiter der Projektgruppe Mobilität im Wissenschaftszentrum Berlin
  • Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, Präsident des Deutschen Städtetages
  • Dr. Eileen Mandir, Mobilitätsexpertin und Organisationsentwicklerin, digital mobilities
  • Dr. Christoph Vornholt, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Bereich Unternehmenslogistik, Koordinator Stadt der Zukunft/Morgenstadt#

(*Zitat Kaiser Wilhelm II., 1912)

News-Meldung

Einen kurzen Einblick in die Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung 2018 erhalten Sie in der News-Meldung "Mobilität gestern, heute und morgen."

Dokumentation

Alle Vorträge und Diskussionsbeiträge der Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung 2018 sind nun in einer reich bebilderten, 122-seitigen Broschüre publiziert. Die Broschüre kann kostenlos bei der Stiftung angefordert werden.

Hier finden Sie die Broschüre zum Download:

Am 3. und 4. Mai 2018 fanden die 22. Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung im Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern statt.
Pater Dr. Lothar Bily, Direktor der Salesianer Don Boscos des Klosters Benediktbeuern, begrüßte zu Beginn der abendlichen Festveranstaltung am 3. Mai 2018 wieder mehr als 350 Gäste ...
... im voll belegten Allianz Saal des Klosters Benediktbeuern.
Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, dankte in seiner Begrüßung dem Zentrum für Umwelt und Kultur für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit ...
... und überreichte dem Rektor des Zentrum für Umwelt und Kultur, Pater Karl Geißinger, als schon traditionelles Gastgeschenk zwei Elektroroller für die Zivis – passend zum Thema "Mobilität" des diesjährigen Symposiums.
In seinem spannenden Abendvortrag erklärte der Wildbiologe und Wolfsexperte Ulrich Wotschikowski des Gästen, was es mit der Rückkehr eines mystifizierten Wildtieres wie dem Wolf auf sich hat: Er ist überzeugt, dass die Wölfe in Europa für Menschen nicht gefährlich sind. Und wenn die Weidetierhaltung wolfsgerecht gesichert werde – dann gäbe es auch hier keine Probleme.
Die Musikgruppe "Gankino Circus" begeisterte anschließend mit einem mitreißenden Konzert: Die vier fränkischen Musiker präsentierten eine virtuose kabarettistisch-musikalische Liebeserklärung an ihre Heimat ...
... die bei den Gästen viel Heiterkeit hervorrief.
"Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung – über die Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft" – am 4. Mai 2018 begrüßte Pater Karl Geißinger, Rektor des Zentrums für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, zum 22. Symposium der Allianz Umweltstiftung.
Dr. Klaus Wehmeier, Vorsitzender des Kuratoriums der Allianz Umweltstiftung, wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass es heute - wenn von der Mobilität der Zukunft die Rede sei - nicht länger nur um räumliche Fortbewegung, um die Nutzung von Verkehrsmitteln, neuen Antriebsformen oder Fahrzeugen gehe. Heute rufe man gleichzeitig Begriffe wie Nachhaltigkeit, neue Energieinfrastrukturen oder postfossile Mobilitätskonzepte auf.
In seiner Einführung stellte Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, fest:  Der individuelle Straßenverkehr wie wir ihn kennen, stoße vor allem in Städten an seine Grenzen, die ein „Weiter so“ unmöglich machen. Unser heutiges Verkehrsmodell sei so ausgelegt, dass es dem Auto Vorfahrt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern einräume - Fußgänger, Radfahrer, Busse und Bahnen müssten sich allzu oft hinten anstellen. Das sei nicht länger zukunftsfähig.
Prof. Dr. Andreas Knie, Professor für Soziologie an der TU Berlin und Leiter der Projektgruppe Mobilität im Wissenschaftszentrum Berlin, führte aus, dass der motorisierte Individualverkehr in Deutschland nach wie vor dominant ist, die Menschen aber, vor allem in den Städten, nach Alternativen suchen. Er befürwortet deshalb reale Experimentierräume für die notwendigen Transformationen von komplexen Mobilitätssystemen zur frühzeitigen Überprüfung von Kompatibilitäten u.a. bzgl. realer Mobilitätsbedürfnisse von Bürgern , Erlernen neuer Mobilitätsroutinen, Rechtsrahmen und Regelungen.
Marcus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, der Fahrradhauptstadt Deutschlands, fordert den Ausbau der Infrastruktur für zukunftsfähige Mobilitätskonzepte in Städten damit sie Identifikationsräume für die dort lebenden Menschen bleiben. Intelligente und optimale Mobilitäts-Angebote um die Bürger mitzunehmen. Dabei spiele die Partizipation der Bürger eine wichtige Rolle – kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander sei essentiell.
Dr. Eileen Mandir, Mobilitätsexpertin und Organisationsentwicklerin, digital mobilities, stellt die Frage in den Mittelpunkt, was sich im digitalen Zeitalter an unserem Verhalten ändert. Das Verhalten werde immer mehr beeinflusst werden von der virtuellen Welt – nicht mehr nur von der physischen. Das spiegele sich auch durchaus im Verkehrsaufkommen wider – Online-Shopping oder autonomes Fahren seien nur zwei Beispiels von vielen.  
Dr. Christoph Vornholt, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, Bereich Unternehmenslogistik, sowie Koordinator "Stadt der Zukunft",  führt aus, dass gesellschaftliche Trends zu enormen Herausforderungen für die Versorgung urbaner Räume führen. Dabei sei wieder die Digitalisierung der Treiber von Logistikinnovationen. Die Vorstellung von unterschiedlichen Lösungsansätzen wie räumliche Verhältnisse haben entscheidenden Einfluss auf die richtige Logistiklösung.
Die Referenten (v.l.n.r.): Dr. Klaus Wehmeier, Prof. Dr. Andreas Knie, Dr. Christoph Vornholt, Dr. Eileen Mandir, Oberbürgermeister Marcus Lewe, Dr. Lutz Spandau.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde das Thema des Symposiums "Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung – über die Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft" unter reger Teilnahme der Gäste sehr angeregt diskutiert und vertieft.
Im nächsten Jahr werden die Benediktbeurer Gespräche der Allianz Umweltstiftung am 2./3. Mai 2019 stattfinden.
2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 1997